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Samstag, 28. März 2009

Bahnchef Mehdorn ist eine sichere Bank

Wenn der Mehdorn noch für etwas gut ist, dann dafür, dem inzwischen sehr twitter-lastigem Silberlicht einen Anlass zum Bloggen zu geben. Ja, der Mehdorn ist eine sichere Bank, wenn dieser bittere Witz erlaubt ist.
Der Mehdorn hat gerade gesagt, dass er für seinen Rücktritt nicht zur Verfügung steht. Klar, der Mehdorn hat sicher viel zu tun mit dem Abhör-, Daten-, Blogger-, Spitzelskandal und da ist ja auch der unbedeutende weltweite Konzern, den er da so nebenbei führt. Da bleibt keine Zeit, sich auch noch um einen Rücktritt zu kümmern. 
Das ist so selbstlos vom Mehdorn, denn mit dem Rücktritt wäre sicher eine Abfindung fällig, wie sie sonst nur Bänker und Pfusch-Ärzte einstecken.  Dabei ist aber zu beachten, dass angesichts der Schweinereien auf Schienen bei der Bahn dummerweise ein Rücktritt einfach fällig ist.
Deshalb biete ich an, beim Bahn-Rücktritt einzuspringen für den Mehdorn. Ich habe jetzt gerade eh zwei Wochen Urlaub. Hallo Herr Tiefensee, bitte Anfrage einfach per Twitter.

Mittwoch, 4. Februar 2009

Bahn und Benedikt: Die PR-Katastrophen alter Männer

In meinem Twitter-Netzwerk war von der PR-Katastrophe im Vatikan gestern nicht viel zu lesen. Wohl aber von der Abmahnung der Deutschen Bahn gegen den Netzpolitik-Blog. Jenseits des Online-Buzz' schlugen die Wogen der Kritik über dem Bahnpapst und dem Katholiken-Chef zusammen.
Es scheint ein Problem alter, weißer Männer zu sein, dass sie in Führungspositionen irgendwann die Fähigkeit verlieren, das Richtige zu sagen - und vor allen das Richtige zu tun. Nach 16 Jahren Kohl konnte ihn keiner mehr sehen. Stoiber wurde in Bayern von den Parteifreunden vom Hof gejagt.
Schaut man sich die aktuellen Fälle genauer an, sieht man folgendes Verhaltensmuster:
  • Beide handeln falsch: Der eine stellt die Belegschaft unter Generalverdacht, der andere nimmt einen Ausgestoßenen in den Schoß der Kirche auf, der noch am Tag vorher den Holocaust leugnet.
  • Beide kommunizieren falsch: Beide glauben, dass die Kritik wie bisher an ihnen abperlen wird. So haben Sie es schon immer gemacht und so soll es jetzt auch funktionieren. Diese Haltung prägt jede ihrer Aussagen. Klarstellungen, Erklärungen, Eingeständnisse oder gar Entschuldigungen erfolgen nicht. Hat man ja nicht nötig, wenn man ein Unternehmen führt, dass seit 2000 Jahren das Monopol auf den Schienenverkehr hat oder so ähnlich.
  • Beide haben aufgehört, zuzuhören. Wenn die Rehabilitierung eines Holocaust-Leugners eine Verwaltungspanne war oder Mehrdorn vom Datenabgleich seiner Belegschaft nichts wusste, dann liegt das daran, dass sie sich nicht dafür interessieren. Genauso wenig interessiert sich Mehdorn für die Wellen, die die Aktion seiner Anwälte im Netz schlug.
Falsch handeln, falsch kommunizieren, bloß nicht zuhören: Als PR-Berater ist es eine Akquise-Strategie, die Riege der alten, weißen Männer in der Unternehmenswelt durchzugehen und die Pakete für Krisenkommunikation schon mal geschnürt bereit zu halten. Denn die Krise kommt zu ihnen so sicher wie das Amen in der Kirche - oder die Bahn.