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Sonntag, 21. Februar 2010

Zeit.de: Appetit auf das Print-Erlebnis

Viel wird über das Besondere an der gedruckten Zeitung geredet. Meistens fällt der Begriff Haptik, den wir dann heimlich nach dem Gespräch in Wikipedia eingeben. Zeitung kann man anfassen. Fassbar, begreifbar machen mag vielleicht auch das Ziel einer Veranstaltung von Zeit Online gewesen sein, die vergangenen Donnerstag im netten "Neuen Arena" in München stattfand.

Eigentlich ging es um Anzeigen; Fingerfood und der charmante Episodenfilm "New York I love you" waren ein netter Rahmen, um die "Produkte" vorzustellen. So weit, so wenig überraschend.

Überrascht hat mich der Auftritt von Wolfgang Blau, Chefredakteur von Zeit Online. In nur zehn Minuten machte er mir sein "Produkt" schmackhaft. Blau beschrieb das redaktionelle Konzept und die Mannschaft. Er beschrieb, wie sich die Zeit von Spiegel Online absetzen will und wo die Grenzen des Boulevardismus liegen. Und er beschrieb, wie wichtig es ist, die Lesbarkeit und die Anmutung des Blattes beim Online-Design zu übertragen.

Ich habe es ausprobiert, nachdem ich zeit.de die letzten Jahre beharrlich ignoriert hatte. Zeit Online bringt tatsächlich die Haptik ins Digitale, die alte Lust am Zeitung lesen. Ja, Herr Blau, keine Anzeige verkauft, aber einen Leser gefunden.

Montag, 28. September 2009

Gekommen um zu bleiben

2009 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in der die deutschen Parteien die Politik und den Wahlkampf ins Internet getragen haben. Sie sind unter uns. Wir werden uns an sie gewöhnen müssen.

Die Parteien haben 2009 Mut bewiesen, mehr Mut als so manches Unternehmen. Erstaunt sahen die Digital Natives zu, wie CDU, SPD, FDP, Grünen, Linken und Piraten die Tools in die Hand nahmen, die wir ihnen so laut angepriesen hatten. Sie haben viele Fehler gemacht. Sie haben sich anders verhalten, als wir es ihnen in lustigen Manifesten niedergeschrieben hatten. Aber sie haben durch ihr Handeln die Regeln verändert und Fakten geschaffen, wo viele Experten noch theoretisierten.

Mit viel Geld und Manpower wurde die ganze Bandbreite von Social Media zum Einsatz gebracht: Facebook, Twitter, Xing, YouTube. Es wird spannend, wie viel von dieser Leistungsschau des politisierten Social Media Engagements übrig bleibt. Aber irgendwo ist immer Wahl, und die Investitionen und Erfahrungen in der neuen Welt waren nicht umsonst.

Die Parteien müssten Netzwerke werden, forderte Florian Semle beim jüngsten Social Media Club in München. Dabei sind Parteien nichts anderes als Netzwerke. Was die Parteien in Social Media aufgebaut haben sind Plattformen. Gute, weitgehend funktionierende Plattformen.

Wir, die wir Unternehmen beraten wollen, sollten sehr genau analysieren, was uns die Parteien da vorgemacht haben. Wir können viel lernen vom Mut, es einfach zu tun.

Freitag, 19. Dezember 2008

Nichts ist so wichtig

Das Internet wird immer wichtiger. Wichtiger als alles andere, wenn man den zahlreichen Studien glaubt, die zu diesem Thema veröffentlicht werden. Heute zum Beispiel sagt Yahoo!, dass das Internet wichtiger als Essen ist. Wenn man genauer hinschaut, stellt man fest, dass das Internet den Menschen nur wichtiger ist als warme Mahlzeiten und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man, dass die Menschen nur häufiger im Internet sind als sie warm essen. Ich bin den ganzen Tag im Internet und habe nur 2-3 warme Mahlzeiten am Tag. Trotzdem würde ich sagen, das diese mir wichtiger sind.
Das Internet ist laut diverser Studien auch wichtiger als: Der Partner, Sex (interessante Differenzierung), Körperhygiene, Fernsehen und Fischstäbchen.
Ich fahre über Weihnachten zu meinen Eltern in die Oberpfalz, wo es kein Internet gibt und der Blackberry streikt. Ich werde die ganze Zeit warme Mahlzeiten zu mir nehmen und mich um Partner, Sex (geht bei mir in einem), Körperhygiene, Fernsehen und Fischstäbchen kümmern. All die Dinge, die vor lauter Arbeit auf der Strecke bleiben.
Fröhliche Weihnachten.