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Freitag, 6. April 2012

Handelsblatt: Die Richtigen im Falschen

Kampagne kann das Handelsblatt halt. 100 mehr oder weniger kluge Köpfe hat man versammelt, darunter sehr geschätzte wie den TUM-Präsidenten Herrmann und Renate Künast, aber auch die üblichen Medien-Blondinen aus dem Relevanz-Prekariat der Talkshows.

Was sie sagen, ist in weiten Teilen richtig. Ohne Geld gibt es keine Kunst und keine Künstler. Kunst muss man sich leisten können. Gebt dem Künstler, was des Künstlers ist. Mein Problem: Sie sagen das Richtige im Falschen. Die ganze Geschichte geht von einer erzwungenen Umsonstkultur aus, die die Piraten nicht im Programm haben. Ich habe gesucht, ich konnte es nicht finden.

Einige der klugen und durchaus streitbaren Köpfe der Branche sind Mitglied der Piratenpartei und scheinen keine Angst vor einer kommunistischen Revolution und der Enteignung zu haben, anders als die hundert Handelsblätterer. Was soll also die Kampagne, an der sich das Handelsblatt in der Karwoche genauso beteiligte wie die FAZ und die Süddeutsche? Wieso wird die Debatte um Bürgerrechte im Internet verdreht zu einer Debatte um die Verwertungsrechte?

Zu den bürgerlichen Freiheiten, gehört auch das Recht, Geld zu verdienen. Und das Recht, mit einem neuen, besseren Geschäftsmodell die überkommenen Wettbewerber vom Markt zu nehmen. Und darum sollte sich das Handelsblatt kümmern und hundert schlaue Köpfe finden: Neue Geschäftsmodelle finden für die Kunst und die Demokratie in den Zeiten ihrer technischen Reproduzierbarkeit.

Dienstag, 3. April 2012

Die Piraten und der hilfreiche Backlash

Diese Tage kommt es dicke für die Piraten. Die etablierten Medien und die etablierten Parteien nehmen sie auf's Korn. Sven Regener, die FAS und heute auch noch ein Leitartikel in der SZ.

Ich wünsche mir, dass dieses Einschlagen sich in einer Präzisierung der Wortwahl und der Botschaften bei den Piraten niederschlägt. Das Wort Debatte kommt von 'schlagen' und im Schlagabtausch ist es wichtig zu wissen, wo der Freund steht und wo der Gegner.

Was die Debattierer der Piraten allesamt nicht leugnen, ist die Notwendigkeit der Diskussion über das wichtigste Thema  der Piraten: Meinungs- und Bewegungsfreiheit im Internet und der Widerstand gegen alle Bestrebungen, diese Freiheiten zu Ungunsten der Bürger verschieben.

In der großen Pauschalierungsmaschine wird das gerne auf den Komplex Urheberrecht/Bezahlung von Künstlern reduziert. Und viel zu oft interpretieren Mitglieder der Piraten diese Freiheit als Freiheit ohne Verantwortung.

Ich wünsche mir, dass die Piraten den Backlash nutzen, hier eine saubere Position zu finden. Dann klappt das auch wieder mit den Medien.