Im Silberlicht des Mondes scheinen Geschichten wahr, die im goldenen Sonnenlicht nicht bestehen würden. Dieser Blog erzählt von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der PR, Medien und der Werbung. Stephan Eichenseher ist Senior PR-Berater bei wbpr_ Kommunikation. Seine Schwerpunkte sind Corporate Communication, Innovationskommunikation und Online-Kommunikation.
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Montag, 6. Juli 2015
Let's knusper
Die erste Lieferung der BioCornflakeBox ist angekommen, ein Projekt aus Senftenberg in der Oberlausitz. Jetzt wird erstmal probiert, und wenn es schmeckt, interessiert mich die Gründerstory dahinter.
Sonntag, 2. November 2014
Schöne Beute von der Eat&Style München
| v.l.: Gewürze von Spice for Life, Backmischungen von Mozzer's Finest, Kaffee von Coffeepolitan, Chili-Sauce von Lovely, Sweet Chili sowie Senf und Vinaigrette von Maille |
Hauptsächlich bin ich wegen Spice for Life ins Münchner Zenith gegangen. Über die Berliner hatte ich vor zwei Jahren schon einmal berichtet, weil sie seltene Sorten und hohe Qualität ins Gewürzregal bringen. Dieses Jahr hatten sie ihre neue Spezialität dabei, den Andaliman-Pfeffer. Ein unglaubliches Limetten-Aroma und eine feine Schärfe zeichnet diese Rarität aus. Ich stelle ihn mir frisch gestoßen auf Rinder-Carpaccio oder Vitello Tonnato vor.
Bei Mozzer's Finest aus Hamburg gefiel mir die Idee mit den Backmischungen in der Flasche sehr gut. Das macht Lust auf Backen und gibt ein gutes Geschenk ab. Hier würde ich mir wünschen, dass die Produkte Bio-Qualität hätten - dann wäre es perfekt.
Die beste neue Idee dieses Jahr war für mich Coffeepolitan. Florian Schmid-Lindner erklärte mir ausführlich das Prinzip: nur sortenreine Kaffees, langsame Röstung und Einzelverpackung direkt nach dem Rösten. Das ist Kaffee pur. Er kommt ohne umweltvernichtende Alu-Kapseln aus, die dann irgendwelche Kaffee-Abfälle enthalten. Keine Maschine, kein Filterpapier. Der Kaffee wird aus dem Portionsbeutel in die Tasse gegeben und heiß gebrüht. Fünf Minuten setzen lassen, schon sind die Sorten aus Uganda, Indien, Brasilien oder Ecuador fertig. Wahrscheinlich der beste Kaffee, den ich je auf einer Messe getrunken habe.
Gespannt bin ich auf die Chili-Sauce von Lovely, Sweet Chili aus Österreich.
Lobenswerte Erwähnung für schöne Präsentation und kompetentes Standpersonal geht an Maille Senf. Mit hat es besonders der Walnuss-Senf angetan, für den ich jetzt nur noch auf den nächsten Feldsalat warte.
Dienstag, 26. Februar 2013
Das Isarflimmern des Wacholders
Das bierselige München wird zum Spirituosen-Mekka. Im Dunst dieses Wandels ergreifen junge Unternehmen die Chance, neue Produkte und neue Geschäftsmodelle auf den Markt zu bringen. Und wieder zeigt sich: Sie sind grün, sie sind verhaftet in einer bestimmten Region und sie setzen auf starkes Design.
Hopfen und Malz sind in München längst verloren. Die meisten Münchner Brauereien sind inzwischen nur noch die verlängerten Bottiche internationaler Braukonzerne, von löblichen Ausnahmen. Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps, denkt sich da der Münchner.
Hopfen und Malz sind in München längst verloren. Die meisten Münchner Brauereien sind inzwischen nur noch die verlängerten Bottiche internationaler Braukonzerne, von löblichen Ausnahmen. Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps, denkt sich da der Münchner.
Der Duke regiert schon länger, mit den Munich Distillers gibt es eine gediegene Manufaktur für Hochprozentiges. Auf der Finest Spirits bin ich nun zum ersten Mal Korbinian Achternbusch und dem Produkt aus seinem kupfernen Kessel begegnet.
feel! mit einem großen Ausrufezeichen heißt sein Zaubertrank. Wo der Duke mit seiner kräftig-definierten Geschmacksfülle den Gaumen überrennt, ist feel! ein fein austarierter Wacholderschmeichler, der mit einem Blumenbouquet in der einen Hand und einem Obstkorb in der anderen an die Tür klopft. Zitrone, Lavendel, Koriander geben dem Wacholder Kontra. Das Münchner Wasser jongliert mit den Aromen. Typisch münchnerisch, dieses Isarflimmern in der Nase, ein Föhnwind am Gaumen und ein Abgang mit Alpenblick.
Über ein Jahr hat der Münchner Korbinian Achternbusch an seinem Produkt geschraubt. Die Finest Spirits ist sein erster Messeauftritt. Hohe Stückzahlen lässt die handwerkliche Herstellung bis jetzt nicht zu. Noch gibt es den bio-zertifizierten Gin nur in wenigen, ausgewählten Läden und im Internet zu kaufen. Aber die legendäre Schumann's Bar am Hofgarten hat ihn schon auf die Karte gesetzt - und darauf ist Korbinian stolz.
Wo der Duke das klare, kräftige Yang ist, vertritt feel! das weiblich warme Yin. Wer also noch weibliche Gesellschaft sucht, sollte den Gefühlen freien Lauf im Glas lassen.
Montag, 26. November 2012
Food Start-ups: Grüne, digitale DNA
Umsatz geht durch den Magen - viele Start-ups versuchen es in der Lebensmittelbranche. Mit außergewöhnlichen Produkten, ausgefeilten Geschäftsmodellen und vor allem mit einzigartigem Produktdesign. Ein Rundgang auf der Eat'n'Style in Stuttgart.
Am Weinstand riecht es muffig, und man weiß nicht so recht ob es der laue Würtemberger in der Flasche oder der hinter der Theke ist. Die Besucher drängen sich um die anderen Stände. Spannende Food Start-ups locken die Menschen an den Stand und zur Kasse. Sie heißen Snack-Mania, Spice for Life oder Hennes' Finest, und sie sind allesamt Vertreter der Organic Digital Natives mit Geschäftsmodellen, die das Bio-Siegel und den Onlineshop schon hatten, bevor sie das erste Mal über einen Businessplan nachdachten.
Spice for Life kommt aus Berlin, ist aber trotzdem cool. Das Start-up vertreibt außergewöhnliche Gewürze in einer Qualität, die weit über das hinausgeht, was man vom Gewürzregal im Supermarkt kennt. Direkt aus der Mühle bekomme ich eine Spur Ceylon-Zimt auf die Hand gemahlen: Die Duftnoten hauen mich um. Und so geht es weiter. Schwarzer, geräucherter Kardamon, der nur darauf wartet, der Sauce zum Rehrücken dieses Out-of-Space-Extra zu geben. Einzigartig sind auch die Fruchtpulver von Spice for Life. Der Schweinebratenkruste wächst eine kulinarische Gänsehaut, wenn sie eine Spur des intensiven Himbeer-Pulvers abbekommt. Und so könnte man sich weiter durch Geschmackswelten träumen.
Hennes' Finest hat sich dagegen auf ein Gewürz spezialisiert: Pfeffer. Wer die weiße, rote und schwarze Variante des Kampot-Pfeffers aus Kambodscha frisch aus der Mühle probiert, denkt nicht mehr an das muffige Pulver aus dem Kantinen-Streuer. Die Aromen von Minze, Blüten und Tee wechseln sich ab. Das Standpersonal in Hosenträgern zeigt, dass es das Produkt kennt. Und natürlich machen die großen Mühlen was her. Aber: Mit wem haben Sie sich zuletzt eine Viertelstunde über Pfeffer unterhalten? In Köln gibt es einen Laden von Hennes' Finest, der Rest läuft über das Internet.
Snackmania könnten auf den ersten Blick die Nachfolger von mymuesli sein. Individuell zusammenstellbare Snackboxen mit Trockenfrüchten, Nüssen und Crackern. Über die Website stelle ich mir meinen Mix aus vier Sorten zusammen. Mit den Mixes spricht Snackmania auch Unternehmen an, die ihre langweiligen Besprechungskekse ersetzen wollen. Das Team hatte ein Heimspiel in Stuttgart, das Start-up kommt aus dem Dörfchen Deizisau am Neckar.
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