Im Silberlicht des Mondes scheinen Geschichten wahr, die im goldenen Sonnenlicht nicht bestehen würden. Dieser Blog erzählt von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der PR, Medien und der Werbung. Stephan Eichenseher ist Senior PR-Berater bei wbpr_ Kommunikation. Seine Schwerpunkte sind Corporate Communication, Innovationskommunikation und Online-Kommunikation.
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Montag, 6. Juli 2015
Let's knusper
Die erste Lieferung der BioCornflakeBox ist angekommen, ein Projekt aus Senftenberg in der Oberlausitz. Jetzt wird erstmal probiert, und wenn es schmeckt, interessiert mich die Gründerstory dahinter.
Freitag, 6. März 2015
Drei Lektionen: Start-ups, PR und Geschäftsmodelle
Der Marketing-Tag auf dem Münchener #googlelaunchpad ist vorbei und die 16 Start-ups wie auch das Mentoren Team gehen mit viel Input nach Hause. Ich habe gestern vier Start-ups intensiver gecoacht, vor allen im Bereich Wettbewerbsanalyse und PR-Plan. Mir hat der Austausch einiges klar gemacht.
1. Wir müssen Start-ups ernst nehmen.
In unserem Raum im WERK1 waren 16 Ideen. Und dahinter stehen Teams und Einzelgründer, die überzeugt - oder auf dem Weg dahin sind, dass ihre Idee ein Problem löst, dass sie das Leben der Kunden damit besser, einfacher machen. Einige der Ideen werden nie ein Produkt werden, einige werden als Produkt keine Käufer finden, einige werden vielleicht ganz groß werden. Wir werden nie erfahren, welche Karrieren die Ideen vor sich haben, wenn sie die Teams nicht in die Tat umsetzen. Bis dahin müssen wir jedes Start-up ernst nehmen, dessen Idee unfertig, dessen Weg noch nicht vorgezeichnet ist. Wahrscheinlich hörte sich auch der erste Pitch von Google erstmal sehr lächerlich an. Als Kommunikatoren müssen wir behutsam mit den Ideen umgehen.
2. Ausführung vor Plan vor Strategie.
(Thanks to Emil for sharpening my senses for this one.) Einige unseren Strategie- und die meisten unserer Tools zur Entwicklung von Marken, Botschaften und Storys funktionieren für Start-ups nur begrenzt. Die Gefahr ist, dass unsere Tools, geeicht für strukturierte Organisationen mit gesetzten Zielen, den Start-ups eine gefährliche Sicherheit vermitteln. Die Annahme einer Marke, die Möglichkeit einer packenden PR-Story bleiben Annahmen und Möglichkeiten, bis sie ein Test validiert. Unsere Kommunikations- und Marken-Tools müssen daher schneller werden, improvisierter, um schneller falsifiziert werden zu können. Ein Start-up kann auf der Basis den Pivot machen.
3. Start-up Methoden werden Vorbilder für die Unternehmenskommunikation.
Die Kommunikationsverantwortlichen großer Organisationen werden für ihre Strategie bewundert. Einige von ihnen. Die anderen stellen Strategien auf, leiten Plänen ab und fangen dann mit der Umsetzung an. In vielen Bereichen der Kommunikation ist das zu langsam und zu fehleranfällig. Das kommunikative Umfeld ist auch für große Organisation an einigen Stellen zu volatil, zu sehr in Bewegung. Wenn die Tools nicht flexibel genug sind um auf der Basis neuer Daten den Pivot zu machen, laufen Markenentwicklung und Story den Zielgruppen, dem Business und der öffentlichen Meinung hinterher. Es ist ein bisschen wie beim digitalen Wandel und der Industrie: Vor lauter Planung kommen wir gar nicht mehr zur Umsetzung.
1. Wir müssen Start-ups ernst nehmen.
In unserem Raum im WERK1 waren 16 Ideen. Und dahinter stehen Teams und Einzelgründer, die überzeugt - oder auf dem Weg dahin sind, dass ihre Idee ein Problem löst, dass sie das Leben der Kunden damit besser, einfacher machen. Einige der Ideen werden nie ein Produkt werden, einige werden als Produkt keine Käufer finden, einige werden vielleicht ganz groß werden. Wir werden nie erfahren, welche Karrieren die Ideen vor sich haben, wenn sie die Teams nicht in die Tat umsetzen. Bis dahin müssen wir jedes Start-up ernst nehmen, dessen Idee unfertig, dessen Weg noch nicht vorgezeichnet ist. Wahrscheinlich hörte sich auch der erste Pitch von Google erstmal sehr lächerlich an. Als Kommunikatoren müssen wir behutsam mit den Ideen umgehen.
2. Ausführung vor Plan vor Strategie.
(Thanks to Emil for sharpening my senses for this one.) Einige unseren Strategie- und die meisten unserer Tools zur Entwicklung von Marken, Botschaften und Storys funktionieren für Start-ups nur begrenzt. Die Gefahr ist, dass unsere Tools, geeicht für strukturierte Organisationen mit gesetzten Zielen, den Start-ups eine gefährliche Sicherheit vermitteln. Die Annahme einer Marke, die Möglichkeit einer packenden PR-Story bleiben Annahmen und Möglichkeiten, bis sie ein Test validiert. Unsere Kommunikations- und Marken-Tools müssen daher schneller werden, improvisierter, um schneller falsifiziert werden zu können. Ein Start-up kann auf der Basis den Pivot machen.
3. Start-up Methoden werden Vorbilder für die Unternehmenskommunikation.
Die Kommunikationsverantwortlichen großer Organisationen werden für ihre Strategie bewundert. Einige von ihnen. Die anderen stellen Strategien auf, leiten Plänen ab und fangen dann mit der Umsetzung an. In vielen Bereichen der Kommunikation ist das zu langsam und zu fehleranfällig. Das kommunikative Umfeld ist auch für große Organisation an einigen Stellen zu volatil, zu sehr in Bewegung. Wenn die Tools nicht flexibel genug sind um auf der Basis neuer Daten den Pivot zu machen, laufen Markenentwicklung und Story den Zielgruppen, dem Business und der öffentlichen Meinung hinterher. Es ist ein bisschen wie beim digitalen Wandel und der Industrie: Vor lauter Planung kommen wir gar nicht mehr zur Umsetzung.
Samstag, 28. Februar 2015
Bereit zum Start auf dem Google Launchpad
Mit was geht ein Start-up in die Kommunikation? Wie wird aus einer Idee ein Pitch, aus dem Pitch eine Story? Wie entwickle ich eine Marke, die mich auf dem Markt relevant macht? Auf dem Google Launch Pad helfe ich ab Montag zusammen mit anderen Mentoren 16 Münchner Start-ups, diese Fragen zu beantworten.
Eine Woche lang arbeiten die Teams mit Mentoren am Produkt, an der Technik, dem Design, der Nutzererfahrung und an der Kommunikationsstrategie. Ziel ist es, innerhalb dieser Woche die Teams weiter zu bringen, Ideen zu konkretisieren und Entscheidungen zu unterstützen.
Die Start-ups und jungen Unternehmen, mit denen ich normalerweise zusammenarbeite, sind schon viel weiter. Meist geht es darum, die Marke zu entwickeln oder zu schärfen, die Story aufzustellen und mit einer passenden Strategie in die Kommunikation zu starten. In der nächsten Woche muss ich mich umstellen, weil die Teams in einer früheren Phase sind. Um trotzdem schnell auf den Punkt zu kommen, habe ich mein Konzept noch einmal angepasst.
Eine Woche lang arbeiten die Teams mit Mentoren am Produkt, an der Technik, dem Design, der Nutzererfahrung und an der Kommunikationsstrategie. Ziel ist es, innerhalb dieser Woche die Teams weiter zu bringen, Ideen zu konkretisieren und Entscheidungen zu unterstützen.
Die Start-ups und jungen Unternehmen, mit denen ich normalerweise zusammenarbeite, sind schon viel weiter. Meist geht es darum, die Marke zu entwickeln oder zu schärfen, die Story aufzustellen und mit einer passenden Strategie in die Kommunikation zu starten. In der nächsten Woche muss ich mich umstellen, weil die Teams in einer früheren Phase sind. Um trotzdem schnell auf den Punkt zu kommen, habe ich mein Konzept noch einmal angepasst.
Voilà, hier kommt das Start-up Prisma
- P wie People: Wer ist das Team? Sind es Serien-Gründer, sind es Gründer-Debütanten, ist es ein Spin-off eines etablierten Unternehmens? Welche Ressourcen und Talente sind da? Wer ist der Sprecher?
- I wie Initial Idea: Was ist der Nukleus der Idee, welches Problem will das Team lösen?
- R wie Roadmap: Wie ist die Zeitplanung für die Produktentwicklung und die nächsten Finanzierungsschritte? Habe ich ein Produkt oder mehrere, wie stark skaliert das Geschäftsmodell?
- M wie Market: Wie eng oder weit ist mein Markt? Wo stehen die Wettbewerber? Ergänzt oder verdrängt mein Produkt ein anderes? Wer sind meine Early Adopter und was sind ihre Use Cases? Wo unterhalten sich meine Communities und über was?
- A wie Attention: Wer die Aufmerksamkeit will, muss relevant werden. Welche Produktvorteile sind nicht austauschbar und bilden den Kern meines Angebots? Wie groß muss ich denken um Aufmerksamkeit zu bekommen? Wie spitz muss ich auftreten, um mich nicht zu verlieren?
Mit diesen Elementen kann man früh beginnen, den USP auszuformulieren und die Brand mit Leben zu füllen. Am Ende steht dann
- S wie Story: Die durchgängige, relevante und nachzuhaltende Story, die das Produkt und das Unternehmen erzählt und die über die richtige Kommunikationsstrategie sichtbar wird.
Sonntag, 2. November 2014
Schöne Beute von der Eat&Style München
| v.l.: Gewürze von Spice for Life, Backmischungen von Mozzer's Finest, Kaffee von Coffeepolitan, Chili-Sauce von Lovely, Sweet Chili sowie Senf und Vinaigrette von Maille |
Hauptsächlich bin ich wegen Spice for Life ins Münchner Zenith gegangen. Über die Berliner hatte ich vor zwei Jahren schon einmal berichtet, weil sie seltene Sorten und hohe Qualität ins Gewürzregal bringen. Dieses Jahr hatten sie ihre neue Spezialität dabei, den Andaliman-Pfeffer. Ein unglaubliches Limetten-Aroma und eine feine Schärfe zeichnet diese Rarität aus. Ich stelle ihn mir frisch gestoßen auf Rinder-Carpaccio oder Vitello Tonnato vor.
Bei Mozzer's Finest aus Hamburg gefiel mir die Idee mit den Backmischungen in der Flasche sehr gut. Das macht Lust auf Backen und gibt ein gutes Geschenk ab. Hier würde ich mir wünschen, dass die Produkte Bio-Qualität hätten - dann wäre es perfekt.
Die beste neue Idee dieses Jahr war für mich Coffeepolitan. Florian Schmid-Lindner erklärte mir ausführlich das Prinzip: nur sortenreine Kaffees, langsame Röstung und Einzelverpackung direkt nach dem Rösten. Das ist Kaffee pur. Er kommt ohne umweltvernichtende Alu-Kapseln aus, die dann irgendwelche Kaffee-Abfälle enthalten. Keine Maschine, kein Filterpapier. Der Kaffee wird aus dem Portionsbeutel in die Tasse gegeben und heiß gebrüht. Fünf Minuten setzen lassen, schon sind die Sorten aus Uganda, Indien, Brasilien oder Ecuador fertig. Wahrscheinlich der beste Kaffee, den ich je auf einer Messe getrunken habe.
Gespannt bin ich auf die Chili-Sauce von Lovely, Sweet Chili aus Österreich.
Lobenswerte Erwähnung für schöne Präsentation und kompetentes Standpersonal geht an Maille Senf. Mit hat es besonders der Walnuss-Senf angetan, für den ich jetzt nur noch auf den nächsten Feldsalat warte.
Mittwoch, 22. Mai 2013
Crowdfunding braucht kommunikative Entrepreneure
Investor Relations sind schon lange nicht mehr nur für Aktiengesellschaften wichtig. Crowdfunding stellt Start-ups vor die Aufgabe, die Beziehungen zu den potenziellen und bestehenden Investoren aufzubauen. Kommunikation mit den Investoren hilft den Teams, mehr Kapital zu besseren Konditionen einzusammeln - und langfristig eine lebendige Community von Unterstützern aufzubauen.
Ideen brauchen Geld. Nicht nur Start-ups stehen vor der Aufgabe, ihre Idee in eine marktfähige Innovation zu verwandeln. Immer kürzere Produktzyklen und die weltweite Vernetzung von Menschen und Unternehmen zwingen alle Unternehmen dazu, in Innovationen, in Forschung und Entwicklung zu investieren.
Crowdfunding stößt in diese Lücke. Oder genauer: Crowd Investing: Es bringt das Geld vieler kleiner, durchaus gewinnorientierter Anleger zu den Ideen wachstumsorientierter Start-ups. Die Szene professionalisiert sich, die Tickets werden größer. Die Investoren erwarten mehr als ein nettes Team und eine nette Idee.
Der Weg auf die Crowdfunding Plattform sollte deshalb mit einer kommunikativen Due Dilligence beginnen. Dann geht es darum, die relevanten Communities, Infuencer und Stakeholder zu identifizieren. Die Kommunikation ist darauf ausgerichtet, aus der Neugierde eine langfristige Beziehung aufzubauen und den Kontakt zu halten.
Ein wenig Social Media und ein bisschen Website reichen da nicht mehr: Es geht um die die Entwicklung einer tragfähigen, mittelfristigen Strategie, um die Professionalisierung der Kommunikation in der frühen Entwicklungsphase des Unternehmens und die Entwicklung von KPI für die kommunikative Wertschöpfung.
Einen guten systematischen, aber rein auf Marketing basierten Ansatz liefert der Post von Pascal Bösiger.
Ideen brauchen Geld. Nicht nur Start-ups stehen vor der Aufgabe, ihre Idee in eine marktfähige Innovation zu verwandeln. Immer kürzere Produktzyklen und die weltweite Vernetzung von Menschen und Unternehmen zwingen alle Unternehmen dazu, in Innovationen, in Forschung und Entwicklung zu investieren.
1. Karges Angebot für kapitalhungrige Ideen
Staatliche Förderung, Venture Capital und Business Angels bildeten bis jetzt den Dreiklang der Finanzierung für Start-ups. Viel Musik ist aber in Deutschland nicht drin. "VC in Deutschland ist tot", lautet allenthalben das Urteil. Business Angels bieten Starthilfe für einige wenige, und die staatliche Förderung geht sehr stark in die Breite, kommt aber nicht in ausreichender Höhe bei den wachstumsorientierten Unternehmen an. Gerade in den frühen Phasen einer Gründung fehlt Kapital. Es gibt noch kein Produkt, keine Kunden, keine Marktexpertise. Im besten Fall gibt es eine gute Idee und ein Team, das nach Geld sucht, um die Idee in Geschäft umzusetzen.Crowdfunding stößt in diese Lücke. Oder genauer: Crowd Investing: Es bringt das Geld vieler kleiner, durchaus gewinnorientierter Anleger zu den Ideen wachstumsorientierter Start-ups. Die Szene professionalisiert sich, die Tickets werden größer. Die Investoren erwarten mehr als ein nettes Team und eine nette Idee.
2. Start ins Crowd-Investment: Kommunikative Due Dilligence
Investor Relations für Unternehmen im Crowd-Investment Prozess gehen deshalb über das Erzeugen von Buzz für die Idee hinaus. Es geht um den Aufbau und die Pflege von Beziehungen, um Vertrauen. Solange es noch kein Produkt gibt, müssen Start-ups die Geschichte dazu erzählen und dabei glaubwürdig sein. Sie müssen Phantasie bei den Anlegern erzeugen, aber sie dürfen keine Luftblasen produzieren. Denn mit dem einmaligen Einsammeln von Kapital ist es selten getan. Crowd-Investments sind nur der erste Sprint.Der Weg auf die Crowdfunding Plattform sollte deshalb mit einer kommunikativen Due Dilligence beginnen. Dann geht es darum, die relevanten Communities, Infuencer und Stakeholder zu identifizieren. Die Kommunikation ist darauf ausgerichtet, aus der Neugierde eine langfristige Beziehung aufzubauen und den Kontakt zu halten.
Ein wenig Social Media und ein bisschen Website reichen da nicht mehr: Es geht um die die Entwicklung einer tragfähigen, mittelfristigen Strategie, um die Professionalisierung der Kommunikation in der frühen Entwicklungsphase des Unternehmens und die Entwicklung von KPI für die kommunikative Wertschöpfung.
3. Anforderungen: Schnell, effizient, einfallsreich
Investor Relations gehört in den Businessplan jedes Start-ups. Vor allem brauchen die Investor Relations junger Unternehmen eine Kommunikation, die mit der rasanten Entwicklung des Unternehmens mithält, sie antizipiert und letztendlich auch mitsteuert. Kommunikatoren müssen schneller agieren, näher am Unternehmen dran sein und mit begrenzten Mitteln auskommen. Es braucht ein wenig mehr Einfallsreichtum und deutlich mehr Herzblut. Es braucht kommunikativen Entrepreneure.Einen guten systematischen, aber rein auf Marketing basierten Ansatz liefert der Post von Pascal Bösiger.
Dienstag, 26. Februar 2013
Das Isarflimmern des Wacholders
Das bierselige München wird zum Spirituosen-Mekka. Im Dunst dieses Wandels ergreifen junge Unternehmen die Chance, neue Produkte und neue Geschäftsmodelle auf den Markt zu bringen. Und wieder zeigt sich: Sie sind grün, sie sind verhaftet in einer bestimmten Region und sie setzen auf starkes Design.
Hopfen und Malz sind in München längst verloren. Die meisten Münchner Brauereien sind inzwischen nur noch die verlängerten Bottiche internationaler Braukonzerne, von löblichen Ausnahmen. Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps, denkt sich da der Münchner.
Hopfen und Malz sind in München längst verloren. Die meisten Münchner Brauereien sind inzwischen nur noch die verlängerten Bottiche internationaler Braukonzerne, von löblichen Ausnahmen. Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps, denkt sich da der Münchner.
Der Duke regiert schon länger, mit den Munich Distillers gibt es eine gediegene Manufaktur für Hochprozentiges. Auf der Finest Spirits bin ich nun zum ersten Mal Korbinian Achternbusch und dem Produkt aus seinem kupfernen Kessel begegnet.
feel! mit einem großen Ausrufezeichen heißt sein Zaubertrank. Wo der Duke mit seiner kräftig-definierten Geschmacksfülle den Gaumen überrennt, ist feel! ein fein austarierter Wacholderschmeichler, der mit einem Blumenbouquet in der einen Hand und einem Obstkorb in der anderen an die Tür klopft. Zitrone, Lavendel, Koriander geben dem Wacholder Kontra. Das Münchner Wasser jongliert mit den Aromen. Typisch münchnerisch, dieses Isarflimmern in der Nase, ein Föhnwind am Gaumen und ein Abgang mit Alpenblick.
Über ein Jahr hat der Münchner Korbinian Achternbusch an seinem Produkt geschraubt. Die Finest Spirits ist sein erster Messeauftritt. Hohe Stückzahlen lässt die handwerkliche Herstellung bis jetzt nicht zu. Noch gibt es den bio-zertifizierten Gin nur in wenigen, ausgewählten Läden und im Internet zu kaufen. Aber die legendäre Schumann's Bar am Hofgarten hat ihn schon auf die Karte gesetzt - und darauf ist Korbinian stolz.
Wo der Duke das klare, kräftige Yang ist, vertritt feel! das weiblich warme Yin. Wer also noch weibliche Gesellschaft sucht, sollte den Gefühlen freien Lauf im Glas lassen.
Montag, 26. November 2012
Food Start-ups: Grüne, digitale DNA
Umsatz geht durch den Magen - viele Start-ups versuchen es in der Lebensmittelbranche. Mit außergewöhnlichen Produkten, ausgefeilten Geschäftsmodellen und vor allem mit einzigartigem Produktdesign. Ein Rundgang auf der Eat'n'Style in Stuttgart.
Am Weinstand riecht es muffig, und man weiß nicht so recht ob es der laue Würtemberger in der Flasche oder der hinter der Theke ist. Die Besucher drängen sich um die anderen Stände. Spannende Food Start-ups locken die Menschen an den Stand und zur Kasse. Sie heißen Snack-Mania, Spice for Life oder Hennes' Finest, und sie sind allesamt Vertreter der Organic Digital Natives mit Geschäftsmodellen, die das Bio-Siegel und den Onlineshop schon hatten, bevor sie das erste Mal über einen Businessplan nachdachten.
Spice for Life kommt aus Berlin, ist aber trotzdem cool. Das Start-up vertreibt außergewöhnliche Gewürze in einer Qualität, die weit über das hinausgeht, was man vom Gewürzregal im Supermarkt kennt. Direkt aus der Mühle bekomme ich eine Spur Ceylon-Zimt auf die Hand gemahlen: Die Duftnoten hauen mich um. Und so geht es weiter. Schwarzer, geräucherter Kardamon, der nur darauf wartet, der Sauce zum Rehrücken dieses Out-of-Space-Extra zu geben. Einzigartig sind auch die Fruchtpulver von Spice for Life. Der Schweinebratenkruste wächst eine kulinarische Gänsehaut, wenn sie eine Spur des intensiven Himbeer-Pulvers abbekommt. Und so könnte man sich weiter durch Geschmackswelten träumen.
Hennes' Finest hat sich dagegen auf ein Gewürz spezialisiert: Pfeffer. Wer die weiße, rote und schwarze Variante des Kampot-Pfeffers aus Kambodscha frisch aus der Mühle probiert, denkt nicht mehr an das muffige Pulver aus dem Kantinen-Streuer. Die Aromen von Minze, Blüten und Tee wechseln sich ab. Das Standpersonal in Hosenträgern zeigt, dass es das Produkt kennt. Und natürlich machen die großen Mühlen was her. Aber: Mit wem haben Sie sich zuletzt eine Viertelstunde über Pfeffer unterhalten? In Köln gibt es einen Laden von Hennes' Finest, der Rest läuft über das Internet.
Snackmania könnten auf den ersten Blick die Nachfolger von mymuesli sein. Individuell zusammenstellbare Snackboxen mit Trockenfrüchten, Nüssen und Crackern. Über die Website stelle ich mir meinen Mix aus vier Sorten zusammen. Mit den Mixes spricht Snackmania auch Unternehmen an, die ihre langweiligen Besprechungskekse ersetzen wollen. Das Team hatte ein Heimspiel in Stuttgart, das Start-up kommt aus dem Dörfchen Deizisau am Neckar.
Montag, 5. Mai 2008
Unglückliche Namensgebung
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