Im Silberlicht des Mondes scheinen Geschichten wahr, die im goldenen Sonnenlicht nicht bestehen würden. Dieser Blog erzählt von den Möglichkeiten und Unmöglichkeiten der PR, Medien und der Werbung. Stephan Eichenseher ist Senior PR-Berater bei wbpr_ Kommunikation. Seine Schwerpunkte sind Corporate Communication, Innovationskommunikation und Online-Kommunikation.
Montag, 6. Juli 2015
Let's knusper
Die erste Lieferung der BioCornflakeBox ist angekommen, ein Projekt aus Senftenberg in der Oberlausitz. Jetzt wird erstmal probiert, und wenn es schmeckt, interessiert mich die Gründerstory dahinter.
Freitag, 6. März 2015
Drei Lektionen: Start-ups, PR und Geschäftsmodelle
Der Marketing-Tag auf dem Münchener #googlelaunchpad ist vorbei und die 16 Start-ups wie auch das Mentoren Team gehen mit viel Input nach Hause. Ich habe gestern vier Start-ups intensiver gecoacht, vor allen im Bereich Wettbewerbsanalyse und PR-Plan. Mir hat der Austausch einiges klar gemacht.
1. Wir müssen Start-ups ernst nehmen.
In unserem Raum im WERK1 waren 16 Ideen. Und dahinter stehen Teams und Einzelgründer, die überzeugt - oder auf dem Weg dahin sind, dass ihre Idee ein Problem löst, dass sie das Leben der Kunden damit besser, einfacher machen. Einige der Ideen werden nie ein Produkt werden, einige werden als Produkt keine Käufer finden, einige werden vielleicht ganz groß werden. Wir werden nie erfahren, welche Karrieren die Ideen vor sich haben, wenn sie die Teams nicht in die Tat umsetzen. Bis dahin müssen wir jedes Start-up ernst nehmen, dessen Idee unfertig, dessen Weg noch nicht vorgezeichnet ist. Wahrscheinlich hörte sich auch der erste Pitch von Google erstmal sehr lächerlich an. Als Kommunikatoren müssen wir behutsam mit den Ideen umgehen.
2. Ausführung vor Plan vor Strategie.
(Thanks to Emil for sharpening my senses for this one.) Einige unseren Strategie- und die meisten unserer Tools zur Entwicklung von Marken, Botschaften und Storys funktionieren für Start-ups nur begrenzt. Die Gefahr ist, dass unsere Tools, geeicht für strukturierte Organisationen mit gesetzten Zielen, den Start-ups eine gefährliche Sicherheit vermitteln. Die Annahme einer Marke, die Möglichkeit einer packenden PR-Story bleiben Annahmen und Möglichkeiten, bis sie ein Test validiert. Unsere Kommunikations- und Marken-Tools müssen daher schneller werden, improvisierter, um schneller falsifiziert werden zu können. Ein Start-up kann auf der Basis den Pivot machen.
3. Start-up Methoden werden Vorbilder für die Unternehmenskommunikation.
Die Kommunikationsverantwortlichen großer Organisationen werden für ihre Strategie bewundert. Einige von ihnen. Die anderen stellen Strategien auf, leiten Plänen ab und fangen dann mit der Umsetzung an. In vielen Bereichen der Kommunikation ist das zu langsam und zu fehleranfällig. Das kommunikative Umfeld ist auch für große Organisation an einigen Stellen zu volatil, zu sehr in Bewegung. Wenn die Tools nicht flexibel genug sind um auf der Basis neuer Daten den Pivot zu machen, laufen Markenentwicklung und Story den Zielgruppen, dem Business und der öffentlichen Meinung hinterher. Es ist ein bisschen wie beim digitalen Wandel und der Industrie: Vor lauter Planung kommen wir gar nicht mehr zur Umsetzung.
1. Wir müssen Start-ups ernst nehmen.
In unserem Raum im WERK1 waren 16 Ideen. Und dahinter stehen Teams und Einzelgründer, die überzeugt - oder auf dem Weg dahin sind, dass ihre Idee ein Problem löst, dass sie das Leben der Kunden damit besser, einfacher machen. Einige der Ideen werden nie ein Produkt werden, einige werden als Produkt keine Käufer finden, einige werden vielleicht ganz groß werden. Wir werden nie erfahren, welche Karrieren die Ideen vor sich haben, wenn sie die Teams nicht in die Tat umsetzen. Bis dahin müssen wir jedes Start-up ernst nehmen, dessen Idee unfertig, dessen Weg noch nicht vorgezeichnet ist. Wahrscheinlich hörte sich auch der erste Pitch von Google erstmal sehr lächerlich an. Als Kommunikatoren müssen wir behutsam mit den Ideen umgehen.
2. Ausführung vor Plan vor Strategie.
(Thanks to Emil for sharpening my senses for this one.) Einige unseren Strategie- und die meisten unserer Tools zur Entwicklung von Marken, Botschaften und Storys funktionieren für Start-ups nur begrenzt. Die Gefahr ist, dass unsere Tools, geeicht für strukturierte Organisationen mit gesetzten Zielen, den Start-ups eine gefährliche Sicherheit vermitteln. Die Annahme einer Marke, die Möglichkeit einer packenden PR-Story bleiben Annahmen und Möglichkeiten, bis sie ein Test validiert. Unsere Kommunikations- und Marken-Tools müssen daher schneller werden, improvisierter, um schneller falsifiziert werden zu können. Ein Start-up kann auf der Basis den Pivot machen.
3. Start-up Methoden werden Vorbilder für die Unternehmenskommunikation.
Die Kommunikationsverantwortlichen großer Organisationen werden für ihre Strategie bewundert. Einige von ihnen. Die anderen stellen Strategien auf, leiten Plänen ab und fangen dann mit der Umsetzung an. In vielen Bereichen der Kommunikation ist das zu langsam und zu fehleranfällig. Das kommunikative Umfeld ist auch für große Organisation an einigen Stellen zu volatil, zu sehr in Bewegung. Wenn die Tools nicht flexibel genug sind um auf der Basis neuer Daten den Pivot zu machen, laufen Markenentwicklung und Story den Zielgruppen, dem Business und der öffentlichen Meinung hinterher. Es ist ein bisschen wie beim digitalen Wandel und der Industrie: Vor lauter Planung kommen wir gar nicht mehr zur Umsetzung.
Samstag, 28. Februar 2015
Bereit zum Start auf dem Google Launchpad
Mit was geht ein Start-up in die Kommunikation? Wie wird aus einer Idee ein Pitch, aus dem Pitch eine Story? Wie entwickle ich eine Marke, die mich auf dem Markt relevant macht? Auf dem Google Launch Pad helfe ich ab Montag zusammen mit anderen Mentoren 16 Münchner Start-ups, diese Fragen zu beantworten.
Eine Woche lang arbeiten die Teams mit Mentoren am Produkt, an der Technik, dem Design, der Nutzererfahrung und an der Kommunikationsstrategie. Ziel ist es, innerhalb dieser Woche die Teams weiter zu bringen, Ideen zu konkretisieren und Entscheidungen zu unterstützen.
Die Start-ups und jungen Unternehmen, mit denen ich normalerweise zusammenarbeite, sind schon viel weiter. Meist geht es darum, die Marke zu entwickeln oder zu schärfen, die Story aufzustellen und mit einer passenden Strategie in die Kommunikation zu starten. In der nächsten Woche muss ich mich umstellen, weil die Teams in einer früheren Phase sind. Um trotzdem schnell auf den Punkt zu kommen, habe ich mein Konzept noch einmal angepasst.
Eine Woche lang arbeiten die Teams mit Mentoren am Produkt, an der Technik, dem Design, der Nutzererfahrung und an der Kommunikationsstrategie. Ziel ist es, innerhalb dieser Woche die Teams weiter zu bringen, Ideen zu konkretisieren und Entscheidungen zu unterstützen.
Die Start-ups und jungen Unternehmen, mit denen ich normalerweise zusammenarbeite, sind schon viel weiter. Meist geht es darum, die Marke zu entwickeln oder zu schärfen, die Story aufzustellen und mit einer passenden Strategie in die Kommunikation zu starten. In der nächsten Woche muss ich mich umstellen, weil die Teams in einer früheren Phase sind. Um trotzdem schnell auf den Punkt zu kommen, habe ich mein Konzept noch einmal angepasst.
Voilà, hier kommt das Start-up Prisma
- P wie People: Wer ist das Team? Sind es Serien-Gründer, sind es Gründer-Debütanten, ist es ein Spin-off eines etablierten Unternehmens? Welche Ressourcen und Talente sind da? Wer ist der Sprecher?
- I wie Initial Idea: Was ist der Nukleus der Idee, welches Problem will das Team lösen?
- R wie Roadmap: Wie ist die Zeitplanung für die Produktentwicklung und die nächsten Finanzierungsschritte? Habe ich ein Produkt oder mehrere, wie stark skaliert das Geschäftsmodell?
- M wie Market: Wie eng oder weit ist mein Markt? Wo stehen die Wettbewerber? Ergänzt oder verdrängt mein Produkt ein anderes? Wer sind meine Early Adopter und was sind ihre Use Cases? Wo unterhalten sich meine Communities und über was?
- A wie Attention: Wer die Aufmerksamkeit will, muss relevant werden. Welche Produktvorteile sind nicht austauschbar und bilden den Kern meines Angebots? Wie groß muss ich denken um Aufmerksamkeit zu bekommen? Wie spitz muss ich auftreten, um mich nicht zu verlieren?
Mit diesen Elementen kann man früh beginnen, den USP auszuformulieren und die Brand mit Leben zu füllen. Am Ende steht dann
- S wie Story: Die durchgängige, relevante und nachzuhaltende Story, die das Produkt und das Unternehmen erzählt und die über die richtige Kommunikationsstrategie sichtbar wird.
Sonntag, 2. November 2014
Schöne Beute von der Eat&Style München
| v.l.: Gewürze von Spice for Life, Backmischungen von Mozzer's Finest, Kaffee von Coffeepolitan, Chili-Sauce von Lovely, Sweet Chili sowie Senf und Vinaigrette von Maille |
Hauptsächlich bin ich wegen Spice for Life ins Münchner Zenith gegangen. Über die Berliner hatte ich vor zwei Jahren schon einmal berichtet, weil sie seltene Sorten und hohe Qualität ins Gewürzregal bringen. Dieses Jahr hatten sie ihre neue Spezialität dabei, den Andaliman-Pfeffer. Ein unglaubliches Limetten-Aroma und eine feine Schärfe zeichnet diese Rarität aus. Ich stelle ihn mir frisch gestoßen auf Rinder-Carpaccio oder Vitello Tonnato vor.
Bei Mozzer's Finest aus Hamburg gefiel mir die Idee mit den Backmischungen in der Flasche sehr gut. Das macht Lust auf Backen und gibt ein gutes Geschenk ab. Hier würde ich mir wünschen, dass die Produkte Bio-Qualität hätten - dann wäre es perfekt.
Die beste neue Idee dieses Jahr war für mich Coffeepolitan. Florian Schmid-Lindner erklärte mir ausführlich das Prinzip: nur sortenreine Kaffees, langsame Röstung und Einzelverpackung direkt nach dem Rösten. Das ist Kaffee pur. Er kommt ohne umweltvernichtende Alu-Kapseln aus, die dann irgendwelche Kaffee-Abfälle enthalten. Keine Maschine, kein Filterpapier. Der Kaffee wird aus dem Portionsbeutel in die Tasse gegeben und heiß gebrüht. Fünf Minuten setzen lassen, schon sind die Sorten aus Uganda, Indien, Brasilien oder Ecuador fertig. Wahrscheinlich der beste Kaffee, den ich je auf einer Messe getrunken habe.
Gespannt bin ich auf die Chili-Sauce von Lovely, Sweet Chili aus Österreich.
Lobenswerte Erwähnung für schöne Präsentation und kompetentes Standpersonal geht an Maille Senf. Mit hat es besonders der Walnuss-Senf angetan, für den ich jetzt nur noch auf den nächsten Feldsalat warte.
Mittwoch, 5. März 2014
Live Hangout: Die Unterdigitalisierung der Unternehmen
Heute um 16 Uhr spreche ich mit Gunnar Sohn auf bloggercamp.tv über die Folgen der Unterdigitalisierung in den Unternehmen. Mein Fokus liegt dabei auf den Prozessen in der Supply Chain und ich werde über die aktuellen Schwierigkeiten der Unternehmen erzählen, hier Sichtbarkeit zu erlangen.
Mit im Gepäck habe ich einige Beispiele von Unternehmen, die aus ihrer Supply Chain ein agiles Supply Network gemacht haben, in dem sie alle für sie relevanten Daten sehen und die Prozesse mit allen Partnern weltweit managen können. Ich freue mich auf die Diskussion.
Mit im Gepäck habe ich einige Beispiele von Unternehmen, die aus ihrer Supply Chain ein agiles Supply Network gemacht haben, in dem sie alle für sie relevanten Daten sehen und die Prozesse mit allen Partnern weltweit managen können. Ich freue mich auf die Diskussion.
Mittwoch, 27. November 2013
Demokratie & Social Media: Digitaler Staub
Ein sehr kluger, skeptischer Artikel von Alexandra Borchardt in der heutigen SZ (glücklicherweise auch online!). Sie fragt, ob der demokratische Prozess überhaupt social-media-fähig ist. Studien zeigten, dass das Blockbuster-Prinzip auch für politische Themen gelte: Die großen Themen werden schnell größer, kleine Randthemen werden gar nicht mehr wahrgenommen. Sie sind "digitaler Staub". Was sogar ein notwendiger Filter für die demokratische Meinungsbildung sein könne. Die Situation ist auf jeden Fall eine Einladung an potente Interessensgruppen, den Prozess zu kapern und in ihrem Sinne zu steuern.
Ein klare Absage an die liquid democracy-Thesen der Piraten: Politischer Diskurs lasse sich nicht mit einem Like oder mit dem Abschicken einer E-Petition führen. Aber mir stellt sich die Frage, ob es historisch jemals mehr Beteiligung gab, ob nicht demokratischer Diskurs schon immer einem sehr, sehr engem Zirkel vorbehalten war. Weil er schon immer mühselig, langwierig und komplex war. Weil sich nie mehr Menschen als jetzt an ihm beteiligen konnten, weil ihnen Zeit und Mittel fehlten. Und weil sie eh nicht gehört worden wären.
Vielleicht macht Social Media dieses Defizit nur sichtbarer. Insofern wäre jedes Like, jeder Trollbeitrag ein Plus an Demokratie.
Ein klare Absage an die liquid democracy-Thesen der Piraten: Politischer Diskurs lasse sich nicht mit einem Like oder mit dem Abschicken einer E-Petition führen. Aber mir stellt sich die Frage, ob es historisch jemals mehr Beteiligung gab, ob nicht demokratischer Diskurs schon immer einem sehr, sehr engem Zirkel vorbehalten war. Weil er schon immer mühselig, langwierig und komplex war. Weil sich nie mehr Menschen als jetzt an ihm beteiligen konnten, weil ihnen Zeit und Mittel fehlten. Und weil sie eh nicht gehört worden wären.
Vielleicht macht Social Media dieses Defizit nur sichtbarer. Insofern wäre jedes Like, jeder Trollbeitrag ein Plus an Demokratie.
Montag, 25. November 2013
Content Marketing: Marie Jo weiß, wie man Kunden anzieht
Kaum eine Veranstaltung, kaum ein Blog, kaum ein selbst
ernannter Social Media Berater kommt um Content Marketing herum. Und
während letztere das Thema meist nur treiben, um ihren Kunden mit dem neuesten Hype das
Geld aus der Tasche zu ziehen, wird oft übersehen, dass der Rummel um Content
Marketing im e-Commerce einen fundamentalen Wandel abbildet.
Der e-Commerce Blog „Exiting Commerce“ nennt es die Shopbetreiber Falle. Was wir im e-Commerce gerade erleben, ist ziemlich genau das, was der stationäre Handel in unseren Fußgängerzonen bereits vor rund 20 Jahren durchgemacht hat. Irgendwann fing es an: Neben Kaufhof und Karstadt eröffneten die großen Marken plötzlich ihre eigenen Stores. Technik-Produkte kauften die Kunden lieber und günstiger in den Märkten auf der grünen Wiese. Das Kaufhaus mit seinem breiten Sortiment kam in die Krise. Und die kleinen Fachhändler verschwanden komplett aus dem Straßenbild der Innenstädte.
Keine Nostalgie, aber die Betrachtung des Wandels damals ist hilfreich für die Beurteilung der aktuellen Situation. Und da bewegt sich gerade vieles. Neue, starke Marken besetzen ihr Feld im e-Commerce. Wie in der Fußgängerzone sind es die kleineren Shops, die gerade reihenweise dichtmachen müssen. Ihre Strategie, durch brutalstmögliche SEO und Listing bei den Preisvergleichsportalen die Besucherströme anzulocken, zieht immer weniger. Keyword-Optimierung und die entsprechende Ausstattung mit einem umfangreichen Set an SEO-Inhalten sind immer noch Voraussetzung für den Erfolg. Aber die Weiterentwicklung des Google-Algorithmus und die neue Lust am Markenshopping führen dazu, dass generischer Keyword-Content nicht mehr reicht, um Kunden zu bringen.
Wie Content und damit verbunden Content Marketing aussieht, der Kunden etwas bringt, können e-Commerce Betreiber von den Neuankömmlingen lernen. Zum Beispiel vom Auftritt von Marie Jo. Das Label für drunter bietet einen der besten, am stärksten an das Lebensgefühl der Zielgruppen angepassten Auftritte. Dazu gehört ein klasse gemachter Blog: Listen, Tipps, Kunden-Testimonials und viele Geschichten. Das ist alles Content, der zu 100 Prozent auf die Marke passt. Das ist Content, den Kunden lieben und auf Facebook, Pinterest und YouTube finden. Den Google auch findet und die sozialen Signale der Kunden in den Social Networks mitrankt.
Amazon und Ebay werden vor diesen Shops keine Angst haben. Sie sind ja auch eher der Großmarkt auf der Fläche denn das Kaufhaus in der Fußgängerzone. Die neuen Marken mit starken Auftritten, mit Qualitätscontent und mit den richtigen Tools für Content Marketing werden sich in der elektronischen Fußgängerzone festsetzen. Und der Wettbewerb dort wird weniger um Keywords und Preise gehen, sondern um Kundenservice, Content und eine ausgefeilte Logistik.
Update: Eine Replik zu diesem Beitrag hat textprovider gepostet. Danke für das Feedback.
Der e-Commerce Blog „Exiting Commerce“ nennt es die Shopbetreiber Falle. Was wir im e-Commerce gerade erleben, ist ziemlich genau das, was der stationäre Handel in unseren Fußgängerzonen bereits vor rund 20 Jahren durchgemacht hat. Irgendwann fing es an: Neben Kaufhof und Karstadt eröffneten die großen Marken plötzlich ihre eigenen Stores. Technik-Produkte kauften die Kunden lieber und günstiger in den Märkten auf der grünen Wiese. Das Kaufhaus mit seinem breiten Sortiment kam in die Krise. Und die kleinen Fachhändler verschwanden komplett aus dem Straßenbild der Innenstädte.
Keine Nostalgie, aber die Betrachtung des Wandels damals ist hilfreich für die Beurteilung der aktuellen Situation. Und da bewegt sich gerade vieles. Neue, starke Marken besetzen ihr Feld im e-Commerce. Wie in der Fußgängerzone sind es die kleineren Shops, die gerade reihenweise dichtmachen müssen. Ihre Strategie, durch brutalstmögliche SEO und Listing bei den Preisvergleichsportalen die Besucherströme anzulocken, zieht immer weniger. Keyword-Optimierung und die entsprechende Ausstattung mit einem umfangreichen Set an SEO-Inhalten sind immer noch Voraussetzung für den Erfolg. Aber die Weiterentwicklung des Google-Algorithmus und die neue Lust am Markenshopping führen dazu, dass generischer Keyword-Content nicht mehr reicht, um Kunden zu bringen.
Wie Content und damit verbunden Content Marketing aussieht, der Kunden etwas bringt, können e-Commerce Betreiber von den Neuankömmlingen lernen. Zum Beispiel vom Auftritt von Marie Jo. Das Label für drunter bietet einen der besten, am stärksten an das Lebensgefühl der Zielgruppen angepassten Auftritte. Dazu gehört ein klasse gemachter Blog: Listen, Tipps, Kunden-Testimonials und viele Geschichten. Das ist alles Content, der zu 100 Prozent auf die Marke passt. Das ist Content, den Kunden lieben und auf Facebook, Pinterest und YouTube finden. Den Google auch findet und die sozialen Signale der Kunden in den Social Networks mitrankt.
Amazon und Ebay werden vor diesen Shops keine Angst haben. Sie sind ja auch eher der Großmarkt auf der Fläche denn das Kaufhaus in der Fußgängerzone. Die neuen Marken mit starken Auftritten, mit Qualitätscontent und mit den richtigen Tools für Content Marketing werden sich in der elektronischen Fußgängerzone festsetzen. Und der Wettbewerb dort wird weniger um Keywords und Preise gehen, sondern um Kundenservice, Content und eine ausgefeilte Logistik.
Update: Eine Replik zu diesem Beitrag hat textprovider gepostet. Danke für das Feedback.
Sonntag, 26. Mai 2013
Geh joggen, Hello Bank
Das Cortal Consors ein gutes Händchen für nutzerfreundliches Online und neuerdings auch Mobile Banking hat, ist mir schon öfter aufgefallen. Mit der Hello Bank starten die Franzosen nun ein neues Projekt unter starker Beteiligung der Nutzer. Die Einführungskampagne aber krankt an Markenchaos und Durchschaubarkeit.
Die meisten Banken verhalten sich im Web ja ungefähr so innovativ wie die Autohersteller, die Modell-Konfiguratoren immer noch für ein ganz heißes Ding halten. Nachdem die Fidor Bank mit einem starken Mitmach-Ansatz einige Impulse in dem Markt gab, fangen die Banken langsam an zu denken. Man kann es wie die Commerzbank machen, deren größter Coup es war, eine Mitarbeiterin im Werbespot joggen zu schicken, oder man ändert wirklich etwas und bietet zum Beispiel Videoberatung außerhalb der kundenverachtenden Öffnungszeiten an, wie es die HypoVereinsbank macht.
Und so bleibt ein ungutes Gefühl, dass die Nutzerbeteiligung nur der Fassade dient und sich Hello Bank kein bisschen für die Fragen der Kunden interessiert. Das erste Hallo der Hello Bank ist schon mal keine sympathische Ansprache.Geh lieber joggen, Hello Bank, das macht einen schlanken Fuß.
Die meisten Banken verhalten sich im Web ja ungefähr so innovativ wie die Autohersteller, die Modell-Konfiguratoren immer noch für ein ganz heißes Ding halten. Nachdem die Fidor Bank mit einem starken Mitmach-Ansatz einige Impulse in dem Markt gab, fangen die Banken langsam an zu denken. Man kann es wie die Commerzbank machen, deren größter Coup es war, eine Mitarbeiterin im Werbespot joggen zu schicken, oder man ändert wirklich etwas und bietet zum Beispiel Videoberatung außerhalb der kundenverachtenden Öffnungszeiten an, wie es die HypoVereinsbank macht.
Der Einstieg: Schlecht orchestriert.
Hello Bank lässt erstmal die Kunden arbeiten und sammelt Fragen von ihnen ein, die auf einem Workshop beantwortet werden sollen. Das Handelsblatt vermutet nicht ganz zu unrecht, dass die Nutzer die unklare Zwei-Marken-Strategie der Franzosen hinterfragen werden. Während Cortal Consors für viele als reiner Broker gilt, soll Hello Bank europaweit die Vollbank-Marke werden, Mobile Banking soll im Mittelpunkt stehen, dazu hat sich die Werbeagentur schon mal eine vollkommen uninspirierte Aktion mit einem Orchester ausgedacht.Der Kunde? Steht verloren im Raum.
Ob und was sich für Cortal Consors Kunden ändert, ist momentan vollkommen unklar. Und so steht die Fragen-Kampagne bisher etwas verloren im Raum. Offiziell ist die Bank ja schon gestartet, angeblich sollen das neue Girokonto und das Tagesgeldkonto schon neue Produkte der Hello Bank sein. Wo es mal hingehen könnte, ist bereits unter dem belgischen Auftritt www.hellobank.be zu sehen. Fraglich bleibt, wozu man die Kunden noch fragen will, wenn die Produkte eigentlich schon fertig sind?Und so bleibt ein ungutes Gefühl, dass die Nutzerbeteiligung nur der Fassade dient und sich Hello Bank kein bisschen für die Fragen der Kunden interessiert. Das erste Hallo der Hello Bank ist schon mal keine sympathische Ansprache.Geh lieber joggen, Hello Bank, das macht einen schlanken Fuß.
Mittwoch, 22. Mai 2013
Crowdfunding braucht kommunikative Entrepreneure
Investor Relations sind schon lange nicht mehr nur für Aktiengesellschaften wichtig. Crowdfunding stellt Start-ups vor die Aufgabe, die Beziehungen zu den potenziellen und bestehenden Investoren aufzubauen. Kommunikation mit den Investoren hilft den Teams, mehr Kapital zu besseren Konditionen einzusammeln - und langfristig eine lebendige Community von Unterstützern aufzubauen.
Ideen brauchen Geld. Nicht nur Start-ups stehen vor der Aufgabe, ihre Idee in eine marktfähige Innovation zu verwandeln. Immer kürzere Produktzyklen und die weltweite Vernetzung von Menschen und Unternehmen zwingen alle Unternehmen dazu, in Innovationen, in Forschung und Entwicklung zu investieren.
Crowdfunding stößt in diese Lücke. Oder genauer: Crowd Investing: Es bringt das Geld vieler kleiner, durchaus gewinnorientierter Anleger zu den Ideen wachstumsorientierter Start-ups. Die Szene professionalisiert sich, die Tickets werden größer. Die Investoren erwarten mehr als ein nettes Team und eine nette Idee.
Der Weg auf die Crowdfunding Plattform sollte deshalb mit einer kommunikativen Due Dilligence beginnen. Dann geht es darum, die relevanten Communities, Infuencer und Stakeholder zu identifizieren. Die Kommunikation ist darauf ausgerichtet, aus der Neugierde eine langfristige Beziehung aufzubauen und den Kontakt zu halten.
Ein wenig Social Media und ein bisschen Website reichen da nicht mehr: Es geht um die die Entwicklung einer tragfähigen, mittelfristigen Strategie, um die Professionalisierung der Kommunikation in der frühen Entwicklungsphase des Unternehmens und die Entwicklung von KPI für die kommunikative Wertschöpfung.
Einen guten systematischen, aber rein auf Marketing basierten Ansatz liefert der Post von Pascal Bösiger.
Ideen brauchen Geld. Nicht nur Start-ups stehen vor der Aufgabe, ihre Idee in eine marktfähige Innovation zu verwandeln. Immer kürzere Produktzyklen und die weltweite Vernetzung von Menschen und Unternehmen zwingen alle Unternehmen dazu, in Innovationen, in Forschung und Entwicklung zu investieren.
1. Karges Angebot für kapitalhungrige Ideen
Staatliche Förderung, Venture Capital und Business Angels bildeten bis jetzt den Dreiklang der Finanzierung für Start-ups. Viel Musik ist aber in Deutschland nicht drin. "VC in Deutschland ist tot", lautet allenthalben das Urteil. Business Angels bieten Starthilfe für einige wenige, und die staatliche Förderung geht sehr stark in die Breite, kommt aber nicht in ausreichender Höhe bei den wachstumsorientierten Unternehmen an. Gerade in den frühen Phasen einer Gründung fehlt Kapital. Es gibt noch kein Produkt, keine Kunden, keine Marktexpertise. Im besten Fall gibt es eine gute Idee und ein Team, das nach Geld sucht, um die Idee in Geschäft umzusetzen.Crowdfunding stößt in diese Lücke. Oder genauer: Crowd Investing: Es bringt das Geld vieler kleiner, durchaus gewinnorientierter Anleger zu den Ideen wachstumsorientierter Start-ups. Die Szene professionalisiert sich, die Tickets werden größer. Die Investoren erwarten mehr als ein nettes Team und eine nette Idee.
2. Start ins Crowd-Investment: Kommunikative Due Dilligence
Investor Relations für Unternehmen im Crowd-Investment Prozess gehen deshalb über das Erzeugen von Buzz für die Idee hinaus. Es geht um den Aufbau und die Pflege von Beziehungen, um Vertrauen. Solange es noch kein Produkt gibt, müssen Start-ups die Geschichte dazu erzählen und dabei glaubwürdig sein. Sie müssen Phantasie bei den Anlegern erzeugen, aber sie dürfen keine Luftblasen produzieren. Denn mit dem einmaligen Einsammeln von Kapital ist es selten getan. Crowd-Investments sind nur der erste Sprint.Der Weg auf die Crowdfunding Plattform sollte deshalb mit einer kommunikativen Due Dilligence beginnen. Dann geht es darum, die relevanten Communities, Infuencer und Stakeholder zu identifizieren. Die Kommunikation ist darauf ausgerichtet, aus der Neugierde eine langfristige Beziehung aufzubauen und den Kontakt zu halten.
Ein wenig Social Media und ein bisschen Website reichen da nicht mehr: Es geht um die die Entwicklung einer tragfähigen, mittelfristigen Strategie, um die Professionalisierung der Kommunikation in der frühen Entwicklungsphase des Unternehmens und die Entwicklung von KPI für die kommunikative Wertschöpfung.
3. Anforderungen: Schnell, effizient, einfallsreich
Investor Relations gehört in den Businessplan jedes Start-ups. Vor allem brauchen die Investor Relations junger Unternehmen eine Kommunikation, die mit der rasanten Entwicklung des Unternehmens mithält, sie antizipiert und letztendlich auch mitsteuert. Kommunikatoren müssen schneller agieren, näher am Unternehmen dran sein und mit begrenzten Mitteln auskommen. Es braucht ein wenig mehr Einfallsreichtum und deutlich mehr Herzblut. Es braucht kommunikativen Entrepreneure.Einen guten systematischen, aber rein auf Marketing basierten Ansatz liefert der Post von Pascal Bösiger.
Dienstag, 26. Februar 2013
Das Isarflimmern des Wacholders
Das bierselige München wird zum Spirituosen-Mekka. Im Dunst dieses Wandels ergreifen junge Unternehmen die Chance, neue Produkte und neue Geschäftsmodelle auf den Markt zu bringen. Und wieder zeigt sich: Sie sind grün, sie sind verhaftet in einer bestimmten Region und sie setzen auf starkes Design.
Hopfen und Malz sind in München längst verloren. Die meisten Münchner Brauereien sind inzwischen nur noch die verlängerten Bottiche internationaler Braukonzerne, von löblichen Ausnahmen. Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps, denkt sich da der Münchner.
Hopfen und Malz sind in München längst verloren. Die meisten Münchner Brauereien sind inzwischen nur noch die verlängerten Bottiche internationaler Braukonzerne, von löblichen Ausnahmen. Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps, denkt sich da der Münchner.
Der Duke regiert schon länger, mit den Munich Distillers gibt es eine gediegene Manufaktur für Hochprozentiges. Auf der Finest Spirits bin ich nun zum ersten Mal Korbinian Achternbusch und dem Produkt aus seinem kupfernen Kessel begegnet.
feel! mit einem großen Ausrufezeichen heißt sein Zaubertrank. Wo der Duke mit seiner kräftig-definierten Geschmacksfülle den Gaumen überrennt, ist feel! ein fein austarierter Wacholderschmeichler, der mit einem Blumenbouquet in der einen Hand und einem Obstkorb in der anderen an die Tür klopft. Zitrone, Lavendel, Koriander geben dem Wacholder Kontra. Das Münchner Wasser jongliert mit den Aromen. Typisch münchnerisch, dieses Isarflimmern in der Nase, ein Föhnwind am Gaumen und ein Abgang mit Alpenblick.
Über ein Jahr hat der Münchner Korbinian Achternbusch an seinem Produkt geschraubt. Die Finest Spirits ist sein erster Messeauftritt. Hohe Stückzahlen lässt die handwerkliche Herstellung bis jetzt nicht zu. Noch gibt es den bio-zertifizierten Gin nur in wenigen, ausgewählten Läden und im Internet zu kaufen. Aber die legendäre Schumann's Bar am Hofgarten hat ihn schon auf die Karte gesetzt - und darauf ist Korbinian stolz.
Wo der Duke das klare, kräftige Yang ist, vertritt feel! das weiblich warme Yin. Wer also noch weibliche Gesellschaft sucht, sollte den Gefühlen freien Lauf im Glas lassen.
Dienstag, 19. Februar 2013
Ein Herz für die PR-Abteilung
Was man mit Studien Lustiges anfangen kann, beweist heute mal wieder Xing mit seiner Pressemitteilung. Demnach sind 14 Prozent der Befragten schon mal eine Beziehung am Arbeitsplatz eingegangen. 35 Prozent könnten sich das immerhin vorstellen. Für 85 Prozent sind die Kollegen sogar die attraktivsten Beziehungspartner. So weit, so beziehungsreich. Jetzt kommt das große Aber.Ausgerechnet wir kommunikativen Wortkünstler, einfühlsamen Zuhörer und zupackenden Macher in PR und Marketing kommen im Schaukampf der attraktivsten Abteilungen nur auf Platz fünf. Vor uns sind die grauen Mäuse aus der Buchhaltung, die Stechkarten-Stempler aus der Personalabteilung, die öligen Vertriebler und die Jungs aus der Produktion mit den schwarzen Fingernägeln. Was auffällt: je typisch "männlicher" der Bereich, desto sexier die Abteilung.
Uns PR-Männern und -Frauen traut man beziehungstechnisch nichts zu, aber dafür können wir Facebook.Zehn Prozent aller neuen Beziehungen beginnen bereits mit dem F-Wort, wie der Beziehungspezialist Jakobs feststellt. Natürlich denken wir dabei nicht an Bang with friends. Wir feinfühligen Geschöpfe haben ein größeres Herz und ein Hirn dazu. Da passt es gut, dass es jetzt eine BwF-Variante gibt, die uns nicht nur im Vollzug, sondern auch im Schwärmen, Träumen, Hach-Sagen unterstützt.
Große Herzen statt Big Bang
Friends-or-more.de heißt die Weiterentwicklung der Leverkusener App-Spezialisten "Socialised". Das Prinzip ist das selbe wie bei BwF: Die Facebook-Anwendung erzeugt aus euren Facebook-Kontakten einen Katalog eurer potenziellen Herzenswünsche. Ihr setzt ein Herz dort, wo ihr euch mehr vorstellen könnt, als nur eine Facebook-Freundschaft. Macht der Herzenswunschpartner das gleiche, habt ihr einen Volltreffer gelandet. Klickt der andere nicht, merkt keiner was.
Trend: Secret Wishlist-Apps
Secret-Wishlist-Apps werden die amourösen Helferlein genannt. Und wir brauchen sie dringend. Facebook-Freunde sind anders als andere Freunde. Wir sammeln sie nicht nur in unserem engsten Bekanntenkreis ein. Kollegen, Geschäftspartner, entfernte Bekannte, einmalige Bekanntschaften - ein direktes Ansprechen würde sich oft verbieten oder wäre riskant. Friends-or-more.de oder Bang with Friends lassen nur zusammen kommen, was zusammen gehört. Keine Fragebögen, kein Ausfüllen von Profilen wie bei Partnerbörsen, kein pseudowissenschaftliches Matching.
Thema: Datensicherheit und Privatsphäre
Dass Friends-or-more.de dabei wesentlich charmanter, herzlicher und weniger hormon-gesteuert daher kommt als das amerikanische Original, sieht man auf den ersten Blick. Die Entwickler rund um Projektleiter Mike Wattrodt haben aber auch auf die Sicherheit geachtet. Ein Klick und die Daten und die App werden wieder vom Facebook-Profil entfernt. Mike, der einige Projekte für uns bei talkabout realisiert hat, sieht hier den großen Unterschied: "Die Idee von Bang with Friends war einfach und genial. Aber wir wollten etwas auf Deutsch machen, das herzlicher ist, weniger direkt und vor allen Dingen sicherer für alle Beteiligten."
Tatsächlich ist das Verteilen von Herzen einfach, unverbindlicher und ergebnisoffener. Was die beiden verbundenen Herzen miteinander anstellen. definieren sie selbst. Und das kommt uns Kommunikationsexperten durchaus entgegen, wenn wir wieder mit jemand aus der Produktion anbandeln wollen.
Freitag, 25. Januar 2013
Die Samba-Fans der FDP
Hat die FDP in Brasilien bald mehr Anhänger als in Deutschland? Oder kauft sich die FDP Facebook-Fans in Südamerika? Nachdem die Bild heute mit dem Thema Fake-Facebook-Fans aufmacht, habe ich mir mit dem Reporting- und Analyse-Tool socialBench mal die Fan-Herkunft der Bundesparteien angesehen. Das Ergebnis des Schnell-Checks: Bei CDU, CSU, SPD und den Grünen gibt es keine Auffälligkeiten. FDP und die Linke dagegen sind auffällig "international" in der Fanherkunft. Verdächtig bei der FDP: Knapp 14 Prozent der Fans kommen aus Brasilien!
Bei gut 80 Prozent liegt der Anteil der Fans aus Deutschland der meisten Parteien, die restlichen Fans verteilen sich ziemlich gleich. FDP und die Linken dagegen kommen nur auf 60 bzw 66 Prozent. Nun mögen die beiden Kleinparteien international besonders gut aufstellt sein. Bei den Linken sind nach den Deutschen die Italiener mit 5 Prozent am häufigsten vertreten. Wieso? Woher kommt diese transalpine Begeisterung?
Und bei der FDP: Auf den weiteren Plätzen folgen Frankreich und die USA mit Werten, die den anderen Parteien entsprechen. Wer betreut eigentlich den Facebook-Auftritt der FDP? Ich würde da gerne mal nachfragen, welche Fan Kampagne so erfolgreich war.
Das "Länder"-Feature von socialBench (Disclaimer: Kunde) ist übrigens sehr praktisch, wenn man sich der Herkunft der Fans nicht nur auf der eigenen Seite, sondern auch bei Wettbewerbern ansehen will, zum Beispiel um das Fan-Potenzial im jeweiligen Land zu analysieren.
Update (21.02.)
Die Süddeutsche berichtet heute über den Verdacht gekaufter/gefälschter Twitter-Follower bei der FDP.
Bei gut 80 Prozent liegt der Anteil der Fans aus Deutschland der meisten Parteien, die restlichen Fans verteilen sich ziemlich gleich. FDP und die Linken dagegen kommen nur auf 60 bzw 66 Prozent. Nun mögen die beiden Kleinparteien international besonders gut aufstellt sein. Bei den Linken sind nach den Deutschen die Italiener mit 5 Prozent am häufigsten vertreten. Wieso? Woher kommt diese transalpine Begeisterung?
Und bei der FDP: Auf den weiteren Plätzen folgen Frankreich und die USA mit Werten, die den anderen Parteien entsprechen. Wer betreut eigentlich den Facebook-Auftritt der FDP? Ich würde da gerne mal nachfragen, welche Fan Kampagne so erfolgreich war.
Das "Länder"-Feature von socialBench (Disclaimer: Kunde) ist übrigens sehr praktisch, wenn man sich der Herkunft der Fans nicht nur auf der eigenen Seite, sondern auch bei Wettbewerbern ansehen will, zum Beispiel um das Fan-Potenzial im jeweiligen Land zu analysieren.
Update (21.02.)
Die Süddeutsche berichtet heute über den Verdacht gekaufter/gefälschter Twitter-Follower bei der FDP.
Freitag, 18. Januar 2013
Die Münchener OB-Kandidaten im Facebook Benchmark (1)
Voraussichtlich am 16. März 2014 wählt München seinen neuen Oberbürgermeister. Es treten an: Dieter Reiter (SPD), Josef Schmid (CSU), Dr. Michael Mattar (FDP) und Sabine Nallinger für die Grünen. Schon heute ist der Wahlkampf in vollem Gange, die Kandidaten und Parteien gehen in Stellung. Auch in Social Media. Von heute an werde ich jeden Monat die Leistung der offiziellen Facebook-Seiten der OB Kandidaten vergleichen.
Bei den Fans liegt Dieter Reiter klar in Führung mit über 1.800 Fans. Reiter war der erste Kandidat mir eigener Seite und hatte dementsprechend schon mehr Zeit, Fans einzusammeln. Reiters Fans sind auch wesentlich internationaler. Die Geographie der Fans ist ein sehr neues Feature von Social Bench. Viele Tools liefern diese Daten nur für eigene Seiten. Damit lassen sich in einigen Fällen zum Beispiel gekaufte Fans schnell entlarven. In diesem Fall gibt es aber keine Auffälligkeiten.
Das nächste Benchmark - mit wesentlich mehr Daten - folgt dann im Februar.
Das Tool
Ich verwende socialBench, weil sich mit dem Tool sehr leicht Facebook-Seiten analysieren und bewerten lassen. Die Besonderheit von socialBench sind die "Social Points", die das Tool vergibt. Damit lassen sich leicht Benchmarks erstellen, wie sie Social-Media-Verantwortliche im Unternehmen brauchen um die eigene Performance zu bewerten. Seit heute habe ich die Seiten in socialBench-Datenbank eingetragen, nun trackt das Tool sie dauerhaft, ohne dass ich mich drum kümmern muss.Das Untersuchungsobjekt
Erfasst habe ich folgende Seiten:- Dieter Reiter
- Josef Schmid
- Dr. Michael Mattar
- Sabine Nallinger hat bis jetzt nur ein privates Profil. Sobald ihre Seite steht, nehme ich sie in die Messung auf.
Das Benchmark
socialPoints vergibt nach einem geheimen Algorithmus Punkte. Es zählen Aktivität, Fanwachstum, "Sprechen drüber", Eigene Beiträge, Fanbeiträge und die Antwortgeschwindigkeit. Das Besondere: Mit diesem Benchmark lassen sich auch Seiten höchst unterschiedlicher Fanzahl vergleichen.Erste Ergebnisse
Da alle drei Seiten gerade erst in die Datenbank gewandert sind, gibt es bisher nur wenige Daten.Bei den Fans liegt Dieter Reiter klar in Führung mit über 1.800 Fans. Reiter war der erste Kandidat mir eigener Seite und hatte dementsprechend schon mehr Zeit, Fans einzusammeln. Reiters Fans sind auch wesentlich internationaler. Die Geographie der Fans ist ein sehr neues Feature von Social Bench. Viele Tools liefern diese Daten nur für eigene Seiten. Damit lassen sich in einigen Fällen zum Beispiel gekaufte Fans schnell entlarven. In diesem Fall gibt es aber keine Auffälligkeiten.
Das nächste Benchmark - mit wesentlich mehr Daten - folgt dann im Februar.
Montag, 24. Dezember 2012
Das Gott und der politische Shitstorm
Alle regen sich über die Shitstorm- und Mobbing-Kultur in Social Media auf. Dabei ahmen die Menschen nur nach, was sie in der Politik und in den Medien täglich erleben. Ein Beispiel.
Weihnachten und Neujahr inspirieren uns, wichtige Fragen zu stellen, zu deren Beantwortung wir im Trubel des Jahreslaufs nicht kommen. Was war, was wird? Geht die Welt unter? Wie halt ich's mit der Religion? Spezialisierst auf solche zeitaufwändigen Fragestellungen ist natürlich Die ZEIT, und wahrscheinlich weil man vor Weihnachten noch einen Aufreger brauchte, fragte man halt jemanden, der in seiner Unbedarftheit verlässlich ebensolche produziert: Kristina Schröder. Die entblödet sich nicht und erklärt, dass man statt der Gott auch das Gott sagen könnte. So weit, so wenig.
Und mit diesem vermeintlichen Aufreger löst die alte Tante aus Hamburg einen Kurzschluss im politischen System aus, das entweder vor Weihnachten komplett unterbeschäftigt ist und Zeit zum Plappern hat oder angesichts der immerwährenden Euro-, Finanz- und Schuldenkrise nach Entlastung sucht.
Als Erstes spricht Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) und sagt, das mache sie sprachlos. Katharina Reiche (CDU), Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, bleibt von jeglicher Sprechscham verschont und gibt von sich: "Der liebe Gott bleibt der liebe Gott."
Nun melden sich auch Männer zu Wort und stellen sich vor Klein-Kristina, zum Beispiel der Sprecher von Schröders Ministerium, Christoph Steegman. Er verweist weise auf die höchste irdische Autorität bei diesem Thema: den Papst. Das kann der Leiter des Kommissariats der katholischen deutschen Bischöfe, Karl Jüsten, nicht so stehen lassen und nimmt Schröder ebenfalls in Schutz, weil das Ganze mit den "Kategorien des Gendermainstreamings" nicht zu fassen sei.
Bei der ZEIT hat man sich dieses wohl-inszenierte Domino des Sinnfreien wahrscheinlich mit Vergnügen angeschaut, konnte aber nicht umhin, auch noch einen Kommentar nachzuschießen, welche Belastung Schröder für die Union sei.
Hätte dieser Flashmob der Unbedarften seinen Ursprung auf Facebook gehabt, hätten sich genau die gleichen Leute über die Diskussionskultur dort beklagt. Wahrscheinlich wären Forderungen nach Mäßigung (Die ZEIT), dem Internet-Radierer (Ilse Aigner) oder einem grundsätzlichen Verbot von Facebook und allem anderen (Innenminister Friedrich) aufgekommen. So aber suhlt sich das politische System samt der beteiligten Medien im selbst aufgewirbelten Dreck und findet es auch noch schön.
Weihnachten und Neujahr inspirieren uns, wichtige Fragen zu stellen, zu deren Beantwortung wir im Trubel des Jahreslaufs nicht kommen. Was war, was wird? Geht die Welt unter? Wie halt ich's mit der Religion? Spezialisierst auf solche zeitaufwändigen Fragestellungen ist natürlich Die ZEIT, und wahrscheinlich weil man vor Weihnachten noch einen Aufreger brauchte, fragte man halt jemanden, der in seiner Unbedarftheit verlässlich ebensolche produziert: Kristina Schröder. Die entblödet sich nicht und erklärt, dass man statt der Gott auch das Gott sagen könnte. So weit, so wenig.
Und mit diesem vermeintlichen Aufreger löst die alte Tante aus Hamburg einen Kurzschluss im politischen System aus, das entweder vor Weihnachten komplett unterbeschäftigt ist und Zeit zum Plappern hat oder angesichts der immerwährenden Euro-, Finanz- und Schuldenkrise nach Entlastung sucht.
Als Erstes spricht Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) und sagt, das mache sie sprachlos. Katharina Reiche (CDU), Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, bleibt von jeglicher Sprechscham verschont und gibt von sich: "Der liebe Gott bleibt der liebe Gott."
Nun melden sich auch Männer zu Wort und stellen sich vor Klein-Kristina, zum Beispiel der Sprecher von Schröders Ministerium, Christoph Steegman. Er verweist weise auf die höchste irdische Autorität bei diesem Thema: den Papst. Das kann der Leiter des Kommissariats der katholischen deutschen Bischöfe, Karl Jüsten, nicht so stehen lassen und nimmt Schröder ebenfalls in Schutz, weil das Ganze mit den "Kategorien des Gendermainstreamings" nicht zu fassen sei.
Bei der ZEIT hat man sich dieses wohl-inszenierte Domino des Sinnfreien wahrscheinlich mit Vergnügen angeschaut, konnte aber nicht umhin, auch noch einen Kommentar nachzuschießen, welche Belastung Schröder für die Union sei.
Hätte dieser Flashmob der Unbedarften seinen Ursprung auf Facebook gehabt, hätten sich genau die gleichen Leute über die Diskussionskultur dort beklagt. Wahrscheinlich wären Forderungen nach Mäßigung (Die ZEIT), dem Internet-Radierer (Ilse Aigner) oder einem grundsätzlichen Verbot von Facebook und allem anderen (Innenminister Friedrich) aufgekommen. So aber suhlt sich das politische System samt der beteiligten Medien im selbst aufgewirbelten Dreck und findet es auch noch schön.
Samstag, 22. Dezember 2012
2013: Kommunikation wird eine Frage des Respekts
R-E-S-P-E-C-T, find out what it means to me. Wir Kommunikationsexperten sollten lernen, Respekt zu buchstabieren. Wir werden ihn brauchen, denn es hat sich einiges geändert, und das wird spätestens 2013 voll auf unser Arbeitsfeld durchschlagen.
R-E-S-P-E-C-T, Respekt kommt von Rücksicht nehmen, berücksichtigen. Kommunikation wird noch komplexer werden, weil wir neue Variablen in unser Rechnung haben und berücksichtigen müssen. Was ist neu?
1. Das Mediensystem ändert sich - grundlegend
Klassische Medienarbeit wird schon lange tot gesagt. Das ist dummes Geschwätz. Ohne die Strahlkraft und die Reichweite klassischer Medien ist es sehr schwierig, neue Punkte auf die öffentliche Agenda zu setzen. Natürlich informieren sich die Menschen über Social Networks, natürlich gibt es gute Blogs, die besser informiert und schneller sind als die klassische Tageszeitung. Das ändert aber nichts an der Impulskraft, die ein guter Beitrag in einem Leitmedium hat.
Und trotzdem: Das Ende der FTD und der FR waren nur Vorboten. Tatsächlich funktioniert das Geschäftsmodell der meisten Printmedien nicht mehr. Und ja: Auch das Geschäftsmodell des guten Journalismus muss überdacht werden. Wir als Medienarbeiter haben es mit weniger Ansprechpartnern in den Redaktionen zu tun, die noch weniger Zeit haben und von noch mehr PR-Leuten belagert werden. Wir müssen deshalb mehr bieten als bisher. Für die Ansprache der Redakteure heißt das zum Beispiel: die exklusivere Geschichte, den kompetenteren Ansprechpartner, die bessere Idee.
Respekt gegenüber den Journalisten in den klassischen Medien heißt: Wir bringen mehr und bessere Inhalte aus dem Unternehmen an die Medien; gut produziert, multimedial angereichert und ohne Fixierung auf die Selbstdarstellung.
2. Neue Beta-Öffentlichkeiten organisieren sich selbst und rasend schnell
Mit diesen Inhalten werden Unternehmen selbst ein wenig zu Medienproduzenten. Und es wäre dumm, die nur an die Medien zu geben. Zu den neuen Variablen gehören sich viele, sich selbst organisierende Öffentlichkeiten. Die meisten Alpha-Blogger haben sich weitgehend komfortabel und profitabel eingefügt in das Geben und Nehmen auf dem PR-Markt. Ein Aufstand der Unzufriedenen ist nicht zu erwarten.
Eine Ebene darunter wird es spannend. Jenseits der abgestandenen Blogger-Pose entstehen immer mehr gute Beta-Blogs. Diese Blogger sind öfter weiblich als männlich, sie sind schnell, sie fokussieren auf ein Thema und sie sind nicht mehr von den klassischen Medien und ihren Nachrichtenfaktoren sozialisiert. Sie sind vernetzt und haben in ihrer Community eine treue Gefolgschaft. Sie nutzen auch Facebook wie einen Blog und zapfen damit die soziale Dynamik an. Sie haben das Potenzial, uns Kommunikatoren komplett zu überraschen, positiv wie negativ.
Respekt gegenüber diesen neuen Rädelsführern der Öffentlichkeit heißt: Wir müssen genauer hinhören, die relevanten Sprecher identifizieren und sie gewinnen. Das Zusammenspiel mit ihnen wird höchst persönlich, höchst individuell und nicht immer werden wir das bekommen, was wir uns wünschen.
3. Misstrauen wird die galaktische Konstante aller Kommunikation
Das liegt vor allem an einer Tendenz: ein grundsätzliches, fast bösartiges Misstrauen im Social Web. Das Social Web ist eine Sauna: Wir sind alle nackt, aber deswegen beäugen wir uns nur umso kritischer. Schon kleinste Abweichungen und Annäherungen werden aufgebauscht. Im Zweifelsfall löst schon eine Geste die große Entrüstung aus. Das trifft Unternehmen genauso wie Parteien, Organisationen, Institutionen und letztlich uns alle. Sie alle müssen diese neue, aufgeblasene Aufregung aushalten.
Respekt gegenüber den neuen Öffentlichkeiten heißt, mit dem Sturm im Wasserglas zu rechnen und den Kunden darauf vorzubereiten. Wenn wir gut sind, nehmen wir das Momentum der Aufregung auf und nutzen es, um die Diskussion weiter zu bringen und neue Öffentlichkeiten anzusprechen.
R-E-S-P-E-C-T, Respekt kommt von Rücksicht nehmen, berücksichtigen. Kommunikation wird noch komplexer werden, weil wir neue Variablen in unser Rechnung haben und berücksichtigen müssen. Was ist neu?
1. Das Mediensystem ändert sich - grundlegend
Klassische Medienarbeit wird schon lange tot gesagt. Das ist dummes Geschwätz. Ohne die Strahlkraft und die Reichweite klassischer Medien ist es sehr schwierig, neue Punkte auf die öffentliche Agenda zu setzen. Natürlich informieren sich die Menschen über Social Networks, natürlich gibt es gute Blogs, die besser informiert und schneller sind als die klassische Tageszeitung. Das ändert aber nichts an der Impulskraft, die ein guter Beitrag in einem Leitmedium hat.
Und trotzdem: Das Ende der FTD und der FR waren nur Vorboten. Tatsächlich funktioniert das Geschäftsmodell der meisten Printmedien nicht mehr. Und ja: Auch das Geschäftsmodell des guten Journalismus muss überdacht werden. Wir als Medienarbeiter haben es mit weniger Ansprechpartnern in den Redaktionen zu tun, die noch weniger Zeit haben und von noch mehr PR-Leuten belagert werden. Wir müssen deshalb mehr bieten als bisher. Für die Ansprache der Redakteure heißt das zum Beispiel: die exklusivere Geschichte, den kompetenteren Ansprechpartner, die bessere Idee.
Respekt gegenüber den Journalisten in den klassischen Medien heißt: Wir bringen mehr und bessere Inhalte aus dem Unternehmen an die Medien; gut produziert, multimedial angereichert und ohne Fixierung auf die Selbstdarstellung.
2. Neue Beta-Öffentlichkeiten organisieren sich selbst und rasend schnell
Mit diesen Inhalten werden Unternehmen selbst ein wenig zu Medienproduzenten. Und es wäre dumm, die nur an die Medien zu geben. Zu den neuen Variablen gehören sich viele, sich selbst organisierende Öffentlichkeiten. Die meisten Alpha-Blogger haben sich weitgehend komfortabel und profitabel eingefügt in das Geben und Nehmen auf dem PR-Markt. Ein Aufstand der Unzufriedenen ist nicht zu erwarten.
Eine Ebene darunter wird es spannend. Jenseits der abgestandenen Blogger-Pose entstehen immer mehr gute Beta-Blogs. Diese Blogger sind öfter weiblich als männlich, sie sind schnell, sie fokussieren auf ein Thema und sie sind nicht mehr von den klassischen Medien und ihren Nachrichtenfaktoren sozialisiert. Sie sind vernetzt und haben in ihrer Community eine treue Gefolgschaft. Sie nutzen auch Facebook wie einen Blog und zapfen damit die soziale Dynamik an. Sie haben das Potenzial, uns Kommunikatoren komplett zu überraschen, positiv wie negativ.
Respekt gegenüber diesen neuen Rädelsführern der Öffentlichkeit heißt: Wir müssen genauer hinhören, die relevanten Sprecher identifizieren und sie gewinnen. Das Zusammenspiel mit ihnen wird höchst persönlich, höchst individuell und nicht immer werden wir das bekommen, was wir uns wünschen.
3. Misstrauen wird die galaktische Konstante aller Kommunikation
Das liegt vor allem an einer Tendenz: ein grundsätzliches, fast bösartiges Misstrauen im Social Web. Das Social Web ist eine Sauna: Wir sind alle nackt, aber deswegen beäugen wir uns nur umso kritischer. Schon kleinste Abweichungen und Annäherungen werden aufgebauscht. Im Zweifelsfall löst schon eine Geste die große Entrüstung aus. Das trifft Unternehmen genauso wie Parteien, Organisationen, Institutionen und letztlich uns alle. Sie alle müssen diese neue, aufgeblasene Aufregung aushalten.
Respekt gegenüber den neuen Öffentlichkeiten heißt, mit dem Sturm im Wasserglas zu rechnen und den Kunden darauf vorzubereiten. Wenn wir gut sind, nehmen wir das Momentum der Aufregung auf und nutzen es, um die Diskussion weiter zu bringen und neue Öffentlichkeiten anzusprechen.
Montag, 26. November 2012
Food Start-ups: Grüne, digitale DNA
Umsatz geht durch den Magen - viele Start-ups versuchen es in der Lebensmittelbranche. Mit außergewöhnlichen Produkten, ausgefeilten Geschäftsmodellen und vor allem mit einzigartigem Produktdesign. Ein Rundgang auf der Eat'n'Style in Stuttgart.
Am Weinstand riecht es muffig, und man weiß nicht so recht ob es der laue Würtemberger in der Flasche oder der hinter der Theke ist. Die Besucher drängen sich um die anderen Stände. Spannende Food Start-ups locken die Menschen an den Stand und zur Kasse. Sie heißen Snack-Mania, Spice for Life oder Hennes' Finest, und sie sind allesamt Vertreter der Organic Digital Natives mit Geschäftsmodellen, die das Bio-Siegel und den Onlineshop schon hatten, bevor sie das erste Mal über einen Businessplan nachdachten.
Spice for Life kommt aus Berlin, ist aber trotzdem cool. Das Start-up vertreibt außergewöhnliche Gewürze in einer Qualität, die weit über das hinausgeht, was man vom Gewürzregal im Supermarkt kennt. Direkt aus der Mühle bekomme ich eine Spur Ceylon-Zimt auf die Hand gemahlen: Die Duftnoten hauen mich um. Und so geht es weiter. Schwarzer, geräucherter Kardamon, der nur darauf wartet, der Sauce zum Rehrücken dieses Out-of-Space-Extra zu geben. Einzigartig sind auch die Fruchtpulver von Spice for Life. Der Schweinebratenkruste wächst eine kulinarische Gänsehaut, wenn sie eine Spur des intensiven Himbeer-Pulvers abbekommt. Und so könnte man sich weiter durch Geschmackswelten träumen.
Hennes' Finest hat sich dagegen auf ein Gewürz spezialisiert: Pfeffer. Wer die weiße, rote und schwarze Variante des Kampot-Pfeffers aus Kambodscha frisch aus der Mühle probiert, denkt nicht mehr an das muffige Pulver aus dem Kantinen-Streuer. Die Aromen von Minze, Blüten und Tee wechseln sich ab. Das Standpersonal in Hosenträgern zeigt, dass es das Produkt kennt. Und natürlich machen die großen Mühlen was her. Aber: Mit wem haben Sie sich zuletzt eine Viertelstunde über Pfeffer unterhalten? In Köln gibt es einen Laden von Hennes' Finest, der Rest läuft über das Internet.
Snackmania könnten auf den ersten Blick die Nachfolger von mymuesli sein. Individuell zusammenstellbare Snackboxen mit Trockenfrüchten, Nüssen und Crackern. Über die Website stelle ich mir meinen Mix aus vier Sorten zusammen. Mit den Mixes spricht Snackmania auch Unternehmen an, die ihre langweiligen Besprechungskekse ersetzen wollen. Das Team hatte ein Heimspiel in Stuttgart, das Start-up kommt aus dem Dörfchen Deizisau am Neckar.
Freitag, 19. Oktober 2012
Silberlicht schafft sich ab
Wir alle gehen den Weg allen Fleisches (A.T. Gen 6,12), aber manche, viele, immer mehr, beschleunigen den Vorgang: Sie schaffen sich ab. Deutschland, Israel, Neukölln sind faktisch schon gar nicht mehr da. Alles weg. Auch Wulff, Schavan und der komplette Verfassungsschutz haben mit Hochdruck aber unterschiedlichem Erfolg an ihrer Abschaffung gearbeitet.
Wir können Deutschland oder den Wullffs nachtrauern oder nicht, müssen aber anerkennen, dass die eigene Abschaffung kein schlechter Schachzug ist. Im christlichen Abendland steht schließlich am Ende des Weges allen Fleisches gar nicht das Ende. Es geht weiter. Und für die meisten von uns wird es sogar besser!
Seit seiner Abschaffung im Jahr 2010 steht zum Beispiel Deutschland ganz gut da. Merkel ist die mächtigste Mutti der Welt und selbst der alte Holzmichel lebt noch. Alles bestens.
Und wo Deutschland gut dasteht, steht Bettina Wulff schon lange - moralisch insolvent, aber auf der Bestseller-Liste. Und die Grundstückpreise in Neu-Kölln steigen schon wieder.
Bunt und moribund scheinen die Chancen des Abschaffens zu sein. Deshalb schaff ich mich für diese Arbeitswoche ab, die nächste wird sicher noch besser.
Wir können Deutschland oder den Wullffs nachtrauern oder nicht, müssen aber anerkennen, dass die eigene Abschaffung kein schlechter Schachzug ist. Im christlichen Abendland steht schließlich am Ende des Weges allen Fleisches gar nicht das Ende. Es geht weiter. Und für die meisten von uns wird es sogar besser!
Seit seiner Abschaffung im Jahr 2010 steht zum Beispiel Deutschland ganz gut da. Merkel ist die mächtigste Mutti der Welt und selbst der alte Holzmichel lebt noch. Alles bestens.
Bunt und moribund scheinen die Chancen des Abschaffens zu sein. Deshalb schaff ich mich für diese Arbeitswoche ab, die nächste wird sicher noch besser.
Sonntag, 26. August 2012
Mein Syrien
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| Die Nomaden in der Wüste Syriens nahmen uns damals auf. |
Von der Hauptstadt Damaskus ging es nach Aleppo, dann quer durch die Wüste. Wir waren Gast bei Nomaden. Wir aßen den Hammel, den sie für uns geschlachtet hattet, wir hörten ihre Gespräche am Lagerfeuer. Am Tag unseres Abschiedes stand ein Traktor vor dem Zelt. Seine Batterie speiste einen kleinen Fernseher. Der Fernsehsender aus dem Libanon zeigte gerade die Sesamstraße; die Kinder saßen vor den Gerät und lachten über Grobi und das Krümelmonster.
Wir spürten die freundliche Neugier der Menschen. In Palmyra und überall auf unserer Fahrt begegneten wir den Zeugnissen der Geschichte. Unser Exkursionsleiter Professor Hans Hopfinger und ein syrischer Guide zeigten uns, wie viel in diesem Landstrich seinen Ursprung genommen hatte, und wie viel davon in unserem Wissen, unserer Kunst und unseren westlichen Wertekanon eingeflossen ist.
In den Städten fielen uns die vielen Polizisten auf. Verkehrspolizei, Miliz, Geheimpolizei, an jeder Ecke eine andere Uniform. Der Präsident hieß damals noch Hafiz al-Assad, sein Konterfei prangte überlebensgroß an Hauswänden. Eine Diktatur, geprägt vom Misstrauen gegen Israel, dem Iran und der Türkei, aber auch vom fein ausbalancierten Ausgleich und Nebeneinander der verschiedenen islamischen Glaubensrichtungen, der Christen und Juden.
Vor der Universität in Damaskus postierten damals bewaffnete Soldaten. Gleichzeitig durften damals aber auch Frauen studieren - mit und ohne Schleier. Das Bildungssystem war offen. An einem Abend sprach ich mit der Tochter des Präsidenten der Universität, die sich aufmachte, in die Wirtschaft zu gehen. Und ich sprach mit einem Sohn eines Bauern, der nach seinem Abschluss als Ingenieur arbeiten wollte. Ich frage mich, was aus ihnen geworden ist.
Lebt der Junge noch, der mit seinem Karren in der Damaszener Altstadt stand und Sesambrot verkaufte? Was ist mit der Frau, die auf dem Platz vor der Moschee eine Orange verspeiste? Wie geht es der Nomaden-Familie, die unsere Gruppe damals aufnahm?
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| Der Markt in Aleppo |
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| Assads Konterfei an den Hauswänden |
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| Ein Junge verkauft Gebäck |
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| Eine Frau auf dem Platz vor der Umayyaden-Moschee |
Donnerstag, 12. Juli 2012
Eine Ehrenrettung
Ein guter PR-Berater verschickt keine guten Pressemitteilungen. Stattdessen nutzt die in der PM zum Text geronnene, verstandene und wertschöpfende Story und erzählt sie in allen relevanten Kanälen. Ihre FUNKTION als Qualitätssicherung ist besonders für junge Unternehmen viel zu wertvoll, um die Pressemitteilung als FORM zu verdammen.
Der guten alten Pressemitteilung, dem Brot&Butter-Produkt der PR-Branche, soll es an den Kragen gehen. Sie steht für alles, was in der Kommunikation als überkommen gilt und nicht mehr schicklich ist. Sie ist Gate-Keeper-zentriert, formalistisch, sie ist nicht kompatibel mit den neuen Kanälen der Meinungsbildung, sie ist so 1.0.
Ist sie auch. Und gerade deshalb ist die Pressemitteilung als Funktion, nicht als Form, ein Instrument der Qualitätssicherung für Kommunikation und gerade für Start-ups ein Weg, die saubere Umsetzung der Strategie in eine greifbare und packende Story zu gewährleisten.
Die gute PM ist eine hohe Kunst, die leider viel zu selten zelebriert wird. In ihr gerinnen die gesammelten Erfahrungen und die kommunikative Kompetenz eines PR-Beraters. Die PM ist das Vehikel, mit dem Strategie, Taktik und Kreativität auf die Straße gebracht werden – oder eben in der Box bleiben müssen.
Die PM kennt nur ein Ziel: So „Shareable“ wie möglich zu sein für den Journalisten. Alles Denken und Formulieren folgt diesem Ziel. Wie viele Fakten muss ich dem Journalisten geben, wie viel Botschaft kann ich unterbringen? Wie mache ich meine PM relevant und wertvoll für den Journalisten? Wie generiere ich ein Shared Value, in dem ich dem Journalist die News und mir die Botschaft verschaffe? Nicht umsonst sind es oft PR-Berater mit wenig Erfahrung und Erfolg in der Medienarbeit, die für die Abschaffung der PI plädieren.
Die Qualitätsmaßstäbe für die Erstellung einer PM sind über Jahrzehnte erprobt. Sie orientieren sich an den Rollen des Journalisten als Gatekeeper und an den redaktionellen Prozessen der Print Medien. Das betrifft aber nur die Alpha-Ebene, den News-Kern der Story und weite Teile des formalen Aufbaus. Auf der Beta-Ebene war es schon immer die Kunst eines strategischen Texters, die Kernbotschaften und ein kleines bisschen Werbung für das Unternehmen mit reinzubringen. Eine Gratwanderung, die oft misslang.
Für den Newskern muss der PR-Berater recherchieren, Fragen stellen, den Kunden nerven, verstehen, bewerten und selektieren. Das ist Arbeit! Gelingt sie nicht, ist das Ergebnis viel mehr als eine schlechte PM. Es fehlt die faktische Basis für die Story: Personen, Motive, Handlung. Kommunikation ohne diesen Newskern wird immer nur dampfiges Geschwurbel oder blanker Fake sein. Damit kann man bei Journalisten durchkommen, wenn man es gut verpackt. Dann fehlt aber die Wirkung der Arbeit ist nach innen: Die Arbeit am Newskern sorgt als Prozess des kommunikativen, iterativen Prototyping dafür, dass die Beteiligten in der Organisation eine gemeinsame Vorstellung entwickeln, akzeptieren und beschließen.
Wie ist mein Produkt wirklich? Welche Vorteile kann ich nachhalten, welche muss ich behaupten? Wie soll das Unternehmen nach außen sprechen? Wer spricht im Unternehmen? Wer als PR-Berater noch nie erlebt hat, wie zwei oder noch besser drei Geschäftsführer sich um die Rolle als Zitatgeber in einer PM streiten, kann gar nicht beurteilen, welch klärende Rolle die formale Verschriftlichung spielen kann.
Was in einem etablierten Unternehmen hygienische Wirkung hat, ist für Start-ups ein elementarer Teil der Unternehmensentwicklung. Die PM ist dort mehr als ein Erzeugnis zur Generierung von Öffentlichkeit. Jede PI ist hier ein kleines Manifest der bisher noch nicht definierten Strukturen, Prozesse und Produkteigenschaften. Nach außen gerichtete Kommunikation führt und leitet die innere Kommunikation.
Das alles kann ich natürlich auch mit einem Blog-Posting haben, mit einer Social Media Release, einem Pinterest-Board und einen Video auf YouTube. Wichtig ist nur, bei der Erstellung die gleichen Leitlinien anzuwenden:
1. Der Inhalt muss aus der Perspektive der Nutzer gedacht sein, um shareable zu sein.
Der guten alten Pressemitteilung, dem Brot&Butter-Produkt der PR-Branche, soll es an den Kragen gehen. Sie steht für alles, was in der Kommunikation als überkommen gilt und nicht mehr schicklich ist. Sie ist Gate-Keeper-zentriert, formalistisch, sie ist nicht kompatibel mit den neuen Kanälen der Meinungsbildung, sie ist so 1.0.
Ist sie auch. Und gerade deshalb ist die Pressemitteilung als Funktion, nicht als Form, ein Instrument der Qualitätssicherung für Kommunikation und gerade für Start-ups ein Weg, die saubere Umsetzung der Strategie in eine greifbare und packende Story zu gewährleisten.
Die gute PM ist eine hohe Kunst, die leider viel zu selten zelebriert wird. In ihr gerinnen die gesammelten Erfahrungen und die kommunikative Kompetenz eines PR-Beraters. Die PM ist das Vehikel, mit dem Strategie, Taktik und Kreativität auf die Straße gebracht werden – oder eben in der Box bleiben müssen.
Die PM kennt nur ein Ziel: So „Shareable“ wie möglich zu sein für den Journalisten. Alles Denken und Formulieren folgt diesem Ziel. Wie viele Fakten muss ich dem Journalisten geben, wie viel Botschaft kann ich unterbringen? Wie mache ich meine PM relevant und wertvoll für den Journalisten? Wie generiere ich ein Shared Value, in dem ich dem Journalist die News und mir die Botschaft verschaffe? Nicht umsonst sind es oft PR-Berater mit wenig Erfahrung und Erfolg in der Medienarbeit, die für die Abschaffung der PI plädieren.
Die Qualitätsmaßstäbe für die Erstellung einer PM sind über Jahrzehnte erprobt. Sie orientieren sich an den Rollen des Journalisten als Gatekeeper und an den redaktionellen Prozessen der Print Medien. Das betrifft aber nur die Alpha-Ebene, den News-Kern der Story und weite Teile des formalen Aufbaus. Auf der Beta-Ebene war es schon immer die Kunst eines strategischen Texters, die Kernbotschaften und ein kleines bisschen Werbung für das Unternehmen mit reinzubringen. Eine Gratwanderung, die oft misslang.
Für den Newskern muss der PR-Berater recherchieren, Fragen stellen, den Kunden nerven, verstehen, bewerten und selektieren. Das ist Arbeit! Gelingt sie nicht, ist das Ergebnis viel mehr als eine schlechte PM. Es fehlt die faktische Basis für die Story: Personen, Motive, Handlung. Kommunikation ohne diesen Newskern wird immer nur dampfiges Geschwurbel oder blanker Fake sein. Damit kann man bei Journalisten durchkommen, wenn man es gut verpackt. Dann fehlt aber die Wirkung der Arbeit ist nach innen: Die Arbeit am Newskern sorgt als Prozess des kommunikativen, iterativen Prototyping dafür, dass die Beteiligten in der Organisation eine gemeinsame Vorstellung entwickeln, akzeptieren und beschließen.
Wie ist mein Produkt wirklich? Welche Vorteile kann ich nachhalten, welche muss ich behaupten? Wie soll das Unternehmen nach außen sprechen? Wer spricht im Unternehmen? Wer als PR-Berater noch nie erlebt hat, wie zwei oder noch besser drei Geschäftsführer sich um die Rolle als Zitatgeber in einer PM streiten, kann gar nicht beurteilen, welch klärende Rolle die formale Verschriftlichung spielen kann.
Was in einem etablierten Unternehmen hygienische Wirkung hat, ist für Start-ups ein elementarer Teil der Unternehmensentwicklung. Die PM ist dort mehr als ein Erzeugnis zur Generierung von Öffentlichkeit. Jede PI ist hier ein kleines Manifest der bisher noch nicht definierten Strukturen, Prozesse und Produkteigenschaften. Nach außen gerichtete Kommunikation führt und leitet die innere Kommunikation.
Das alles kann ich natürlich auch mit einem Blog-Posting haben, mit einer Social Media Release, einem Pinterest-Board und einen Video auf YouTube. Wichtig ist nur, bei der Erstellung die gleichen Leitlinien anzuwenden:
1. Der Inhalt muss aus der Perspektive der Nutzer gedacht sein, um shareable zu sein.
Die Erwartungen und Relevanzfaktoren der Nutzer bestimmen Form und Inhalt. Das erfordert noch mehr Empathie als nur die professionalisierten journalistischen Standards und Nachrichtenfaktoren zu berücksichtigen. Wobei der erfahren Medienarbeiter auch gelernt hat, dass es die Journalisten nicht gibt. Es gibt nur den Journalisten in seiner redaktionellen und persönlichen Situation, und dem muss man die Story vermitteln.
2. Der Newskern muss stimmen.
2. Der Newskern muss stimmen.
Was bisher durch das Sieb der Nachrichtenfaktoren fiel, ist unter Umständen auch für viele andere nicht relevant. Die Aufgabe: Machen Sie es relevant! Was fehlt an Information? Was ist unklar? Was ist langweilig? Was muss erklärt werden? Was muss im Unternehmen geklärt und akzeptiert sein, bis Sie authentisch und wahrhaftig nach außen sprechen können?
3. Die Fakten sind nur der Anfang.
3. Die Fakten sind nur der Anfang.
Sie haben den Newskern – aber warum wollen sie die Geschichte überhaupt erzählen? Welches Ziel wollen Sie damit erreichen? Wie passt der Newskern in ihre Kommunikationsstrategie? Welche Botschaften transportiert er. Wer sagt, dass er einen neuen Forschungsleiter einstellt, kann damit erzählen dass der alte nichts taugte. Oder dass er noch mehr in Innovationen investiert. Oder dass er wächst und gedeiht. Oder dass er den Anschluss verloren hat und jetzt kämpfen muss.
4. Kommunikation definiert Beziehungen.Welche Beziehung mit den Stakeholdern definiert die Kommunikation? Sind die Helfer, Vorgesetzter, Lehrer, Polizist oder Entertainer. Verführer? Bösewicht? Experte? Als Kommunikator müssen Sie die Stimme des Unternehmens finden, die sie glaubhaft und erfolgreich vertreten können.
Sonntag, 17. Juni 2012
München muss in der Euro-Zone bleiben!
Kein Wort zu Griechenland von mir. Die Abstimmung heute in München ist wesentlich wichtiger. Ganz Europa schaut auf diese Stadt. Während die Griechen nur abstimmen, ob sie einen dritten Flughafen wollen, stimmt München heute über seinen Verbleib in der Euro-Zone. Ich bin ja so gespannt.
Ja, München hat heute die Wahl. Will es weiter in Cabrios, Biergärten und Blondinen schwelgen wie es die extremen Parteien versprechen. Oder soll München so langweilig werden wie Frankfurt, so normal wie Berlin oder so regnerisch wie Hamburg, wie es Seehofer fordert.
München hat sich durch seine katastrophale Schuldenpolitik ja selbst in die missliche Lage gebracht. Die Bürger lebten einfach über ihre Verhältnisse. Den ganzen Tag nur Latte Macchiato und Hugos im Tambosi, Oktoberfest und der Schubeck, das kann auf Dauer nicht gut gehen. Faulheit, Schlendrian und Social Media ergeben einen giftigen Mix für die Stadtkasse.
Finanzminister Schäuble ist besorgt, dass die Münchener Verhältnisse sich auf die ganze Euro-Zone ausweiten. Zusammen mit Angela Merkel hat er nun eine Rettungsbreze gebacken, die sie den im Schuldenmeer ertrinkenden Münchnern zuwerfen wollen.
Noch-OB Ude wehrt sich gegen die Sparmaßnahmen. Er droht mit der Rückkehr der Weißwurst, sollten sich die Nachbarländer weiter gegen den Aperol Spritz auf dem Gärtnerplatz wehren.
Ja, München hat heute die Wahl. Will es weiter in Cabrios, Biergärten und Blondinen schwelgen wie es die extremen Parteien versprechen. Oder soll München so langweilig werden wie Frankfurt, so normal wie Berlin oder so regnerisch wie Hamburg, wie es Seehofer fordert.
München hat sich durch seine katastrophale Schuldenpolitik ja selbst in die missliche Lage gebracht. Die Bürger lebten einfach über ihre Verhältnisse. Den ganzen Tag nur Latte Macchiato und Hugos im Tambosi, Oktoberfest und der Schubeck, das kann auf Dauer nicht gut gehen. Faulheit, Schlendrian und Social Media ergeben einen giftigen Mix für die Stadtkasse.
Finanzminister Schäuble ist besorgt, dass die Münchener Verhältnisse sich auf die ganze Euro-Zone ausweiten. Zusammen mit Angela Merkel hat er nun eine Rettungsbreze gebacken, die sie den im Schuldenmeer ertrinkenden Münchnern zuwerfen wollen.
Noch-OB Ude wehrt sich gegen die Sparmaßnahmen. Er droht mit der Rückkehr der Weißwurst, sollten sich die Nachbarländer weiter gegen den Aperol Spritz auf dem Gärtnerplatz wehren.
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