Sonntag, 20. Mai 2012

Social-TV: Praschls Fragezeichen

Social-TV wird oft über den grünen Klee gelobt - zurecht.
Es bleiben zu viele Fragezeichen, wenn man Peter Praschls gut geschriebenen Artikel im SZ-Magazin zur Zukunft des Fernsehens gelesen hat. Gut geschrieben im Sinne von eloquent, denn inhaltlich bleibt Praschl zu abstrakt und verliert sich gleichzeitig im Detail. Es fehlt der Mittelbau - der Blick auf Geschäftsmodelle, die schon da sind und funktionieren. Dazu müsste Praschl nicht mal über den Teich blicken. In Großbritannien ächzen die Fernsehstationen unter der Konkurrenz von Zeebox und zwar auf dem Werbemarkt.

Die Werbung als eigentliche Geldquelle des Fernsehens lässt Praschl ganz außen vor. Statt dessen gibt es eine Führung vorbei an den großen Playern Apple und YouTube, ein paar Zahlen und Studien und die Information, dass digital natives 27-mal in der Stunde das Medium wechseln.

Schnell noch mal die Autoren besucht, die Sender abgeschrieben und beim Thema Second Screen bringt Praschl ausgerechnet die Gehversuche von "The Voice", ein proprietärer Ansatz, der kein nachhaltiges Geschäftsmodell darstellt, und der sogar hinter dem Silo-Ansatz von "RTL-Insider" zurückbleibt.
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