Dienstag, 10. Juni 2008

Wie hieß nochmal das Ding zwischen zwei Werbeunterbrechungen?

Der Titel klingt groß: "Zur Lage der Nachrichten-Medien. Der jährliche Bericht zum amerikanischen Journalismus". Die Autorengruppe hört sich auch gut an: "Projekt für Exzellenz im Journalismus". Was rauskommt sind ein paar sehr beängstigende Prognosen, die hoffentlich die Medienlandschaft wachrütteln. Und zwar die Redaktionen genauso wie die Verlage.

Der Nutzer holt sich die Werbung selbst ab
Das wichtigste Ergebnis: Werbung funktioniert im Internet auch ohne redaktionelle Inhalte. Die Studie vergleicht in einem sehr lesenswertem Extrakt eine Werbeunterbrechung im Fernsehen mit den Gelben Seiten. Disruptive Werbung ist passé. Werbeinformationen, die sich der User selber sucht, ich möchte sie hier mal informative Werbung nennen, ist das Modell der Zukunft.
Der Weckruf an die Medien ist klar: Stell euch darauf ein, sonst werden ihr (darauf) eingestellt. Die Studie sieht die Medien immer mehr in den Händen branchenfremder Investoren.

iGoogle statt CNN.com
Wenn sich die Redaktionen keine Gedanken um das Marketing ihrer Inhalte machen, im Sinne eines Markenaufbaus und eines Go-To-Markets, werden die Investoren ihre Modell mitbringen. Das bedeutet nicht das Ende des Businessmodells Nachrichten, aber vielleicht das Ende der monolithischen Nachrichten-Kanäle. Nachrichten werden ganz webzwonullig Teil des selbst gemixten Newsfeeds des Nutzers.

Was heißt das für die Medienarbeit in der PR?
PR muss den Medien Angebote machen, die dem Branding und dem News-Marketing entsprechen. News und Themen, die die Medien verkaufen können - denn das werden sie in Zukunft viel stärker tun müssen.
Darüber hinaus darf Medienarbeit nicht länger nur für die klassischen Medien Informationen aufbereiten, sondern muss sich um die Mix-Stationen kümmern. Den Nutzern an dieser Stelle wertige Inhalte anzubieten wäre echte Medienarbeit 2.0.
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