Donnerstag, 8. März 2012

Wulffs Zapfenstreich ist richtig

Heute Abend werden wir sehen, wie wichtig und richtig der Zapfenstreich für Wulff ist. "Abschied aus Bellevue" nennt die ARD die Übertragung - das hört sich an wie eine ZDF-Schnulze am Sonntag Abend. Das passt zu dem halbseidenen Traumpärchen, dass da mit Pomp aus dem Schloss geworfen wird.

Dass Wulff den Großen Zapfenstreich bekommt ist keine letzte Ehre für ihn. Es ist eine letzte und endgültige Demütigung, die er über sich ergehen lässt - vielleicht auch, um Buße zu tun.

Wie leicht wäre es gewesen, auf den Staatsakt zu verzichten, heimlich zu verschwinden wie ein Dieb in der Nacht und den Ehrensold zu kassieren. Aber der Staatsbetrieb ist erfrischend wehrhaft, die Demokratie hängt die Schurken nicht mehr auf, sie stellt sie bloß.

Und genau das wird Wulff heute passieren. Eine ganze Nation wird sehen, wie die Demokratie dem gefallenen Präsidenten den Marsch bläst. Der Staat zeigt dem politischen Personal, dass es auch ohne sie geht, dass eine lebendige Demokratie sehr gut mit Berlusconis aus Niedersachsen umgehen kann. Hier spielt die Musik.

Man macht aus deutschen Eichen zu Recht keine Galgen für die Reichen. Aber das Stabsmusikkorps wird heute zeigen, aus welchem Holz die Bundesrepublik geschnitzt ist.
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